02.06.2009   Alter: 8 yrs
Kategorie: Service - Materialien - Links - Verschiedenes, dgs-info, Ausgabe 25

Thüringen. Lotsen begleiten im Alltag


In Thüringen beginnt in diesen Tagen ein neues Projekt, in dem die Selbsthilfe Suchtkranke unterstützt, professionelle Suchthilfeangebote in Anspruch zu nehmen. Nach einer Akutbehandlung gelingt es Suchtpatienten oft nicht, sich selbst soweit zu stabilisieren, dass sie ihre Probleme im Zusammenhang mit der Abhängigkeit ohne Hilfe in den Griff bekommen. Untersuchungen zeigen, dass gerade nach einem Entzug die Rückfallgefahr sehr groß ist. Für eine medizinische Rehabilitation oder eine Unterstützung im Rahmen des Suchthilfenetzwerkes können sich viele (noch) nicht entschließen. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe wird i. d. R. abgelehnt. Dies hat häufig zur Folge, dass ein Teil der Abhängigkeitskranken sehr schnell wieder in ihr altes Suchtverhalten zurückfällt und einer erneuten (kostenintensiven) stationären Akutbehandlung bedarf ("Drehtürpatienten"). An dieser Stelle kommen die Lotsen zum Einsatz. Sie sollen den Betroffenen auf dem Weg aus der
Klinik zurück in den Alltag begleiten und helfen, den "Drehtüreffekt" zu zu verhindern.
Dieses Projekt gibt neue Impulse für die Selbsthilfe. Es wurde im Sommer 2007 in Brandenburg entwickelt und wurde vom Fachverband Drogen und Rauschmittel e.V. für Thüringen adaptiert. Im Büro für Suchthilfe des fdr in Erfurt (erfurt@fdr-online.info) geben wir gerne Auskunft über das Projekt oder Impulse für ein Lotsenprojekt an anderen Orten. (Quelle: fdr-online.info 22, 23.03.2009)