22.12.2010   Alter: 7 yrs

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) zur Talkumbeimengung in Substitutionsmitteln


Talkum wird als Hilfsmittel in Arzneimitteln für den oralen Gebrauch als Gerüstsubstanz oder Bindemittel verwendet. Eine orale Zufuhr gilt als problemlos, jedoch ist eine Injektion in den Blutkreislauf mit relevanten gesundheitlichen Risiken verbunden.

Durch die intravenöse Applikation von Talkum können folgende, z.T. irreversible, Schäden hervorgerufen werden: a) Lungentalkose, b) Fremdkörpergranulome der Lunge, Leber, Nieren und Retina mit der Folge von Funktions- und Visuseinschränkungen, c) pulmonale Hypertonie, d) Verlegung peripherer Gefäße mit Abszess- und Nekrosenbildung, e) Schädigung der Herzklappen.

Der intravenöse Gebrauch von Substitutionsmitteln findet in relevantem Maße bei Opiatabhängigen statt, diese Applikationsart ist Teil des Krankheitsbildes. Im Zweifel sind dem Konsumenten die Gesundheitsgefahren durch Talkum nicht bekannt oder er kann nicht zwischen talkumfreien und talkumhaltigen Substituten unterscheiden.

Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin empfiehlt daher zur Minderung des gesundheitlichen Risikos a) die Patienten über den möglichen Talkumgehalt und die gesundheitlichen Folgen der intravenösen Applikation aufzuklären und b) möglichst talkumfreie Substitutionsmittel zu verwenden.

im Dezember 2010
Der Vorstand der DGS