29.06.2010   Alter: 7 yrs

Pressemitteilung der DGS zum Weltdrogentag 2010

Drogenabhängigkeit ist eine chronische Krankheit


Drogenabhängige stehen häufig geächtet am Rande der Gesellschaft, da Sucht nicht als Erkrankung, sondern als Willensschwäche verstanden wird. Dabei ist seit mehreren Jahrzehnten klar, dass die Abhängigkeit mit krankhaften Stoffwechselveränderungen einhergeht ähnlich wie z.B. bei der Diabetes.

Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin als größter suchtmedizinischer Fachverband in Deutschland setzt sich daher nachhaltig dafür ein, dass Abhängige einen niedrigschwelligen Zugang zu qualifizierter medizinischer Behandlung  sowie psychosozialer Hilfe erhalten und mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden.

Im gesellschaftlichen Kontext bedeutet dies:

  1. Anerkennung von Sucht als gesellschaftliches Phänomen (Alkohol, Zigaretten, aber auch illegale Drogen)
  2. Entstigmatisierung dieser großen Gruppe von Personen, die sich in der Mitte unserer Gesellschaft befindet
  3. Zugleich Entstigmatisierung der Behandler
  4. Verbesserung der medizinischen Rahmenbedingungen für eine Konzentration auf das therapeutisch Wesentliche (beispielsweise werden jährlich nur 8% der Alkoholkranken von der Suchthilfe erreicht)
  5. Integration von suchtmedizinischen Inhalten in die Ausbildung der verschiedensten Gesundheitsberufe
  6. Ressourcen für die Suchtforschung