Internetgestützter Rundbrief der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin/Ausgabe 1, Mai/Juni 2005

Liebe Leserinnen und Leser,
Sie haben sich entschieden, dgs-info zu abonnieren - hier ist die erste Ausgabe. Die Aufmachung ist einfach, der Inhalt, so haben wir versprochen, soll von Nutzen sein.

 
AntSTigma-Aktion AST

Die DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin hat vergangenes Jahr die AntSTigma-Aktion AST gegen die Diskriminierung von Suchtkranken ins Leben gerufen. "Diese Diskriminierung richtet sich nicht nur gegen den Suchtkranken selbst, sondern auch gegen sein soziales Umfeld, und sogar gegen therapeutische und medizinische Einrichtungen", erklärte Dr. Markus Backmund, Initiator der Aktion und Leiter des Bereiches Suchtmedizin im Krankenhaus München-Schwabing.
„Stigmatisierung von Drogenabhängigen“ lautete der einleitende Vortrag von Dr.Jörg Gölz, 1.Vorsitzender der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin, zum Auftakt des DGS-Bundeskongresses im November 2004.

 
EBM 2000plus - DGS-Service

EBM 2000plus heißt der neue Katalog, nach dem ärztliche Leistungen für gesetzlich Versicherte seit 1.4.2005 abgerechnet werden sollen. Was das für die Substitutionsleistungen bedeutet, findet sich zusammengefasst und erläutert in einer Broschüre der Firma Sanofi-Aventis: www.l-polamidon.de (Zugang mit DocCheck, ab 1.5.05 als pdf-Datei herunterzuladen). Oder zu bestellen bei: Aventis Deutschland, analgetika-Team, Fax. Nr. 069/305-83322

Die DGS hat für Fragen und Hinweise zum neuen EBM eine Adresse eingerichtet, an die Sie sich wenden können.

Fragen und Antworten können Sie nachlesen im EBM-Forum auf der DGS-homepage.

 
Substitution

Buprenorphin: Fünf Jahre nach Einführung des Substitutionsmittels Buprenorphin (Subutex®) in Deutschland zeigt sich auch hierzulande, daß die Substanz in nicht wenigen Fällen intravenös und nasal appliziert wird. Französische Kollegen berichten von schweren Komplikationen und Todesfällen.
Übersichtsartikel: Cutaneous Complications of Intravenous Drug Abuse http://www.medscape.com/viewarticle/468419
Um den Text lesen zu können, müssen Sie sich bei http://www.medscape.com anmelden (kostenlos).

Auf der homepage der DGS finden Sie eine Zusammenstellung von abstracts zum Thema Mißbrauch von Buprenorphin.

Klinischer Entzug: Erfahrungen mit dem Einsatz von Buprenorphin (Subutex®) in der qualifizierten stationären Entzugsbehandlung Opiatabhängiger, Autoren: Brack, Jochen; Behrendt, Klaus
Bitte folgen Sie diesem Pfad auf die homepage von Suchtmedizin in Forschung und Praxis (mit freundlicher Genehmigung des Verlages):
www.scientificjournals.com/sj/sfp --> "Inhaltsverzeichnisse" --> "6 SFP (3) 204" --> Beitragstitel im Inhaltsverzeichnis anklicken.

Heroinsubstitution: Die kanadische Diazetylmorphinstudie ist in die praktische Phase eingetreten.

Substituierte auf Reisen: INDRO-Münster und DGS haben 2003 einen Text über Substituierte bzw. Substitution auf Reisen veröffentlicht, der immer noch gut zu gebrauchen ist. Text und links zu Ambulanzen im Ausland sowie Formulare für die Gesundheits- und Grenzbehörden finden Sie unter http://www.indro-online.de/empfehlungen.htm oder http://www.dgsuchtmedizin.de/aktuelles/aktuell.83/index.html

In welchen europäischen Ländern ist Substitution erlaubt und welche Medikamente stehen zur Verfügung? Eine Auflistung von INDRO/Münster und dgs-info mit Unterstützung von euromethwork/Amsterdam und Essex/München.

 
Harm Reduction

Anfang März fand in Wien die 48.Sitzung des Office on Drugs and Crime (UNODC) Commission on Narcotic Drugs (CND) statt. Kurz zuvor unterschrieb die DGS - Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin zusammen mit über 300 Organisationen aus aller Welt einen Offenen Brief mit dem Tenor „Hände weg von der harm reduction“.

Worum es in diesem neuerlichen Vorstoß der US-Drogenpolitik und ihrer Verbündeten geht, nannte der britische Guardian An Overdose of Morality
http://www.mapinc.org/drugnews/v05/n394/a03.html und 'Just Say No' Is No Answer http://www.mapinc.org/drugnews/v05/n394/a05.html

US Ideologues Put Millions At Risk befand die International Herald Tribune

The Lancet rechnete mit den politischen Gegnern der harm reduction ab (Volume 365 Issue 9460 Page 629, Losing Tolerance with Zero Tolerance).
http://www.thelancet.com/search (Titel eingeben, der Text ist frei).

Berichte über den Verlauf der Sitzung: UN Forum Highlights Divides Over Harm Reduction -- US Powerful But Isolated
http://stopthedrugwar.org/chronicle/378/unforum.shtml und
The UN Vienna Meeting: Glass Half Empty or Glass Half Full?
http://stopthedrugwar.org/chronicle/379/halfwhat.shtml

Was Sie schon immer über harm reduction wissen wollten:

Beckley Foundation on Harm Reduction (Report 4: Reducing drug related harms to health: a review of the global evidence).

WHO/UNODC/UNAIDS position paper: Substitution maintenance therapy in the management of opioid dependence and HIV/AIDS prevention (auf dieser Seite finden Sie auch die Publikation Neuroscience of Psychoactive Substance Use and Dependence).

International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies - Spreading the light of science - Guidelines on harm reduction related to injecting drug use.

 
Begleitkrankheiten

HIV-Net 2005, das komplette Buch über HIV und AIDS von Hoffmann, Rockstroh, Kamps u.a.

Das RKI - Robert-Koch-Institut hat den aktuellen Halbjahresbericht zu HIV und AIDS veröffentlicht.

„Hepatitis-C-Therapie bei Drogenabhängigen“ lautete der Vortrag von Dr.Jörg Gölz beim 26.Leipziger Leberkolloquium.

Human Immunodeficiency Virus 1 Infection, Cocaine, and Coronary Calcification, Arch Intern Med 165: 690-695.

Predictors and Consequences of Negative Physician Attitudes Toward HIV-Infected Injection Drug Users, Arch Intern Med. 2005;165:618-623.

 
Recht und Gesetz

Hartz IV: der Sondernewsletter der DHS, des FDR und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Umsetzung von Hartz IV und den Auswirkungen auf die Sucht- und Drogenhilfe, vorgelegt in Form von Backrezepten.

Die Betäubungsmittelverschreibungsordnung und das Betäubungsmittelgesetz sind im März 2005 aktualisiert worden. Auf den Seiten von eve&rave finden Sie die bisherigen und die neuesten Fassungen.

"Rechtliches Minenfeld Drogensubstitution. Mögliche Konsequenzen von Fehlern und Verstößen - und wie man sie vermeidet", ist der Titel einer vom Unternehmen Sanofi-Aventis herausgegebenen Broschüre, die konkrete Hilfe für die Praxis gibt. Zu bestellen bei Aventis Deutschland, Analgetika-Team, Fax. Nr. 069/305-83322, oder (Zugang mit DocCheck) im Internet.

Unfallversicherung zahlt nicht bei Drogentod: Nach einem aktuellen Urteil liegt ein versicherter Unfall grundsätzlich nicht vor, wenn der Versicherte aufgrund einer Überdosis Heroin stirbt.
Oberlandesgericht Karlsruhe, Aktenzeichen: 12 U 414/04. Quelle: Ärzte Zeitung, 22.04.2005 und Versicherungsjournal, 8. April 2005,

 
Verschiedenes

Welche Risikofaktoren einen Rückfall bei substanzabhängigen Ärzten begünstigen, hat kürzlich eine Studie aus Washington gezeigt, veröffentlicht in JAMA - Journal of the American Medical Association.

In Bremen ist 2005 ein mutmaßlicher Drogenhändler an den Folgen eines Brechmitteleinsatzes gestorben. Mittlerweile setzt die örtliche Polizei auf die natürliche Ausscheidung inkorporierter Drogenbehältnisse. Aus diesem Anlaß verweisen wir auf die Entschließungen der Ärztekammer Hamburg aus den Jahren 2002 und 2005.

Tabakentwöhnung in Praxis, Klinik und Beratungsstellen leichter zu machen, ist das erklärte Ziel dieses neuen Newsletters.

The whole truth and nothing but the truth? The research that Philip Morris did not want you to see. Eine Wissenschafts- und Wirtschaftskolportage aus The Lancet.

Kontrolliertes Trinken als Behandlungsziel – Bestandesaufnahme des aktuellen Wissens, herausgegeben vom schweizerischen Bundesamt für Gesundheit.

Injecting crack cocaine is surprisingly common, NewScientist.com news service, 30 March 2005, Maggie McKee

Eine Auswahl von abstracts aktueller Veröffentlichungen zu methadone, buprenorphine u.a. finden Sie auf der homepage der DGS.

Zehn Gramm Cannabis gelten in Berlin seit kurzem als Obergrenze für den Eigenverbrauch. Cannabislegalisierung? „Ein schrecklicher Gedanke“ meint Helmut Höge in der Lokalausgabe der taz – Die Tageszeitung.

BayerHealthCare hat in Kanada ein neues Geschäftsfeld eröffnet, die Firma wird dort ein Cannabis-Spray vertreiben.

 
Kongresse und Kongressberichte

Die Höhepunkte der diesjährigen britischen National Drug Treatment Conference haben die Veranstalter als Audio-Dateien oder Power-Point-Präsentationen ins Netz gestellt.

In den kommenden zwei Monaten finden zwei Kongresse unter Beteiligung der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin statt:

Die zehnten Hamburger Suchttherapie vom 17.-20. Mai zum Thema: "Zehn Jahre Suchttherapietage - Gestaltungsspielraum für Innovationen".

6. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin vom 30. Juni bis 2. Juli 2005 in München

 
DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin: In eigener Sache

Suchttherapie - Prävention, Behandlung, Wissenschaftliche Grundlagen
Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin e.V.
Zeitschrift der Dt. Gesellschaft für Suchtpsychologie
Fortschritte in der Suchttherapie: * Transfer aktueller Forschungsergebnisse in die Suchtarbeit * Starker Praxis- und Versorgungsbezug * Interdisziplinär * Forum kontroverser Diskussionen * Internationaler Blickwinkel
Schwerpunkthefte: * Paradigmenwechsel * Frühinterventionen * Trauma und Sucht * Ethik * Jugend und Sucht * Mortalität und (Alkohol-)Sucht

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