dgs-info, Extraausgabe vom 09.04.2014

Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem Aufruf für Dr.Melcher in Kaufbeuren von vergangener Woche erhalten Sie heute einen Rundbrief, der den rechtlichen Rahmen der Substitutionsbehandlung zum Inhalt hat.

Im Sommer 2012 stellte die DGS einen Katalog mit Änderungsvorschlägen vor, der auf einem Expertentreffen im Bundesgesundheitsministerium Anfang 2013 die aktuellen Fragen zum Substitutionsrecht markierte. Diese wurden im vergangenen Jahr an die Gesundheitsministerien der Länder weitergeleitet zur Stellungnahme. Das BMG arbeitet derzeit an einer Reform des Substitutionsrechts.

Die DGS hatte angekündigt, Leitlinien zur Substitution zu erarbeiten sowie eine Umfrage zur Versorgung von Substitutionspatienten in Apotheken durchzuführen. Das ist geschehen.

Eine ausführliche Version der Leitlinien vom 29.Januar 2014 finden Sie auf der Homepage der DGS:

www.dgsuchtmedizin.de/vorstandsnews/

Eine Kurzfassung der Leitlinien zur Therapie der Opiatbehandlung – Teil 1: Substitutionsbehandlung steht seit kurzem ebenfalls auf unserer Homepage.

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_extra_20140409/SUCHTTHERAPIE_Mitteilungen_DGS_Leitlininien-OST_2-14.pdf

Ebenfalls abgeschlossen ist die Umfrage zur Versorgung von Substitutionspatienten in Apotheken, die von Anfang Dezember 2013 bis zum 31.03.2014 gemeinsam von DSÄ – Dachverband Substitutierender Ärzte Deutschlands und DGS unter ihren Mitgliedern durchgeführt wurde. Das sich die beiden Verbände anschließend nicht auf eine gemeinsame Auswertung und Kommentierung verständigen konnten, legen wir hiermit die ausgewerteten Daten der Antworten aus der online-Erhebung, die über die DGS lief, vor.

Das Ergebnis: Bundesweit ist die Versorgung von Substitutionspatienten in Apotheken nicht ausreichend gewährleistet – weder bei der Belieferung von Rezepten zur eigenverantwortlichen Einnahme („take home“) noch bei Verordnungen, die eine Einnahme des Substituts in der Apotheke unter Sicht vorsehen.

Die Durchführung und statistische Auswertung lag beim ZIS - Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg. Die Federführung hatten Uwe Verthein und Sven Buth.

Aus den Kommentaren und Anmerkungen der Befragten haben wir eine kommentierte Fassung zusammengestellt, die illustriert, warum die DGS fordert:

  1. In Notfällen sollte die ärztlich verantwortete Mitgabe von Substitutionsmedikamenten aus Praxen und Ambulanzen erlaubt werden.
  2. Die Apothekerschaft wird gebeten, eine Bevorratung von Substitutionsmedikamenten mindestens in Notdienstapotheken zu gewährleisten.
  3. Die Vergabe von Substitutionsmitteln unter Sicht in Apotheken sollte bundesweit nach dem Vorbild der Regelung in Baden-Württemberg honoriert werden, um die Bereitschaft der Apotheker zu steigern, Substitutionspatienten in den Pharmazien zu versorgen. Bei Patienten, die per Rezept versorgt werden, sollte den behandelnden Ärzten ein Ausgleich erstattet werden wegen des Honorausfalls bei gleichzeitig erhöhtem Verwaltungsaufwand und wegen des erhöhten berufsrechtlichen Risikos bei Sichtvergaben in der Apotheke.

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_extra_20140409/Umfrage_zur_Versorgung_von_Substitutionspatienten_in_Apotheken.pdf

 

Nun ist die Politik dran, das Substitutionsrecht zu reformieren, um Rechtssicherheit für Ärzte und Juristen zu schaffen. Die Vorschläge der DGS liegen auf dem Tisch – Das Recht muss der Wissenschaft folgen!

Das Substitutionsrecht auf die Füsse stellen!
Die BtMVV-Änderungsinitiative der DGS nimmt Fahrt auf
Markus Backmund und Hans-Günter Meyer-Thompson
Suchtmed 15 (2) 49 – 50 (2013)

www.ecomed-medizin.de/sj/sfp/Pdf/aId/11786

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Markus Backmund und Hans-Günter Meyer-Thompson
Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin
 

Die nächste reguläre Ausgabe von dgs-info erscheint Anfang Mai 2014.

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