dgs-info extra vom 07.11.2011: Solidarität mit den Kollegen in Niederbayern

Liebe Leserinnen und Leser,

Münchner Substitutionsärzte um den Kollegen Dr.med Hannes Rabe haben um die Veröffentlichung eines Aufrufes gebeten, in dem sie um Solidarität mit den Kollegen in Niederbayern bitten.

Zum Hintergrund heißt es:

„Eine Ärztin in Niederbayern wurde ohne Verhandlung zu 150 Tagessätzen à 100 Euro verurteilt, weil sie gegen die BtmVV verstoßen habe.

Der Vorwurf  lautete, sie habe bei drei Patienten Beikonsum akzeptiert und die Substitution fortgesetzt, was aber nationalen und internationalen Therapierichtlinien entspricht.

11 Ärzte in Niederbayern haben daraufhin erklärt, die Substitution zum 31.12.2012 zu beenden, somit sind über 350 Patienten ohne Substitutionsarzt.“

Bereits jetzt, so heißt es weiter, sei die Versorgungssicherheit in mehreren Regionen und auch in großen Städten  Bayerns nicht mehr gegeben. „Es ist skandalös, dass  Behörden und Ämter in einzelnen Regionen Bayerns durch besonders rigoroses Vorgehen gegen Ärzte und Patienten das Drogenproblem entsorgen.“

In einem ausführlichen Katalog fordert der Aufruf, das Substitutionsrecht den wissenschaftlichen Standards anzupassen, die Regularien patientenorientiert zu gestalten und den behandelnden Ärzten die Voraussetzungen für eine Behandlung mit hoher Qualität auf sicherer Rechtsgrundlage und mit angemessener Vergütung zu ermöglichen.

Die Erklärung im Wortlaut:

Anhang: Bayerische_Erklaerung_2012.pdf

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_extra_20121107/Bayerische_Erklaerung_2012.pdf

 

Nicht nur in Niederbayern, auch im Allgäu geht es substituierenden Ärzten an den Kragen, berichtet die Süddeutsche Zeitung:

Bayern. Mediziner im Konflikt mit der Justiz - Drogenärzte auf der Anklagebank

Ein Arzt aus Kaufbeuren gibt seinen drogenabhängigen Patienten Methadon mit nach Hause, damit sie weiter zur Arbeit gehen können. Er sagt, er habe es nur gut gemeint. Das ist jedoch strafbar. Und kein Einzelfall. (sueddeutsche.de, 30.10.2012)

www.sueddeutsche.de/bayern/mediziner-im-konflikt-mit-der-justiz-drogenaerzte-auf-der-anklagebank-1.1509961

 

Unterstützerliste und Forderungskatalog sollen zum morgigen 8.November 2012 der Staatsregierung, der Opposition, der Presse und der KV Bayern übergeben werden. An diesem Tag beschäftigt sich der Bayerische Landtag mit der Anfrage der bayerischen SPD-Fraktion zur Lage der Substitutionsbehandlung in Bayern.

 

Bayerischer Landtag, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/13717
24.09.201
Antrag
der Abgeordneten Kathrin Sonnenholzner, Sabine Dittmar, Natascha Kohnen, Ludwig Wörner, Markus Rinderspacher SPD

Berichtsantrag zur Methadonsubstitution in Bayern

www1.bayern.landtag.de/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Basisdrucksachen/0000008500/0000008904.pdf

 

Der Münchner Aufruf bittet die Kolleginnen und Kollegen in Bayern, sich solidarisch zu erklären. Unterstützende Zuschriften mögen gerichtet werden an

h-rabe@t-online.de

 

Anhang: H.Rabe_Brief.pdf

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_extra_20121107/H.Rabe_Brief.pdf

 

 

Die nächste reguläre Ausgabe von dgs-info erscheint Anfang Dezember 2012.

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

dgs-info, Redaktion

 

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