dgs-info Extra, 13.10.2011 - Bochum: Info über Desomorphin/Krokodil für Drogenkonsumenten

INHALT

Aktualisierte Meldungen
Informationsblatt der Krisenhilfe Bochum
Kontaktadressen der Krisenhilfe und der Polizei Bochum
Kommentar von Dr. med. Robert Haemmig, Präsident der SSAM - Schweizerische Suchtmedizinische Gesellschaft
Beiträge zum Thema vom WDR, Lokalzeit, Studio Essen
Mitteilung der DAH – Deutsche AIDS-Hilfe

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Krisenhilfe Bochum hat ein Informationsblatt herausgegeben für Drogenkonsumenten und Drogenkonsumentinnen, das sich mit dem mutmaßlichen Auftauchen von Desomorphin, umgangssprachlich „Krokodil“, beschäftigt. Es mag sinnvoll sein, diese Information in Beratungsstellen, Gesundheitsräumen, Substitutionspraxen und Ambulanzen auszuhängen.

Die bisherigen vier Fälle in Bochum sind Verdachtsfälle; die Diagnose stützt sich auf zwei Angaben: Die kurze, gerade zwei bis drei Stunden andauernde Wirkung der injizierten Substanz und das rasch auftretende Bild ungewöhnlicher schwerer Haut- und Gewebeinfektionen bzw. massiver Abszesse.

Betroffene berichten, dass sie eine Substanz gekauft hätten, die in pulveriger Form vorlag und wie Heroin aussah. Heroinproben aus Bochum werden zur Zeit auf Desomorphinbeimengungen untersucht, die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Es wurde zuvor berichtet, dass auch in Frankfurt/Main bereits Desomorphin-Krokodil aufgetaucht sei. Nachfragen von dgs-info haben ergeben, dass dies nicht der Fall ist und es sich lediglich um ein Gerücht gehandelt hat.

Die Krisenhilfe in Bochum und die Substitutionsambulanz bieten Heroinabhängigen eine rasche Aufnahme in die Substitutionsbehandlung an. Der Vorfall darf auch als weiterer Anlass gewertet werden, rasch die Behandlung mit injizierbarem Heroin (Diazetylmorphin) auszuweiten und darüber nachzudenken, ob in Drogenkonsumräumen Drugchecking, also Untersuchungen auf Wirkstoffkonzentration und Beimengungen, erlaubt werden sollte.

DAS INFORMATIONSBLATT

Anlage: BOCHUM_Desomorphin-Krokodil-Info_fuer_DrogenkonsumentInnen.pdf

KONTAKTADRESSEN

Weitere Hinweise nehmen die Krisenhilfe und die Polizei in Bochum entgegen:

Krisenhilfe e.V
Viktoriastr. 67
44787 Bochum
Tel.: 0234/ 964780
Fax: 0234/ 15179

info@krisenhilfe-bochum.de

www.krisenhilfe-bochum.de

Volker Schütte

Polizeipräsidium Bochum


Uhlandstr. 35


44791 Bochum


Tel.: +49 234 909 - 1023


Fax: -1028


volker.schuette@polizei.nrw.de

Polizeipräsidium Bochum
Uhlandstr. 35


44809 Bochum
Telefon: 0234/909-0

KOMMENTAR

Dr. med. Robert Haemmig, Präsident der Schweizerischen Suchtmedizinischen Gesellschaft SSAM hat zum Thema Desomorphin-Krokodil einen Kommentar für dgs-info geschrieben: „Krokodil“ frisst Löcher in den Verstand

Anlage: R.Haemmig_„Krokodil“ frisst Löcher in den Verstand .pdf

AKTUELLE BERICHTE DES WDR – WESTDEUTSCHER RUNDFUNK

Gefährliche Droge in Bochum aufgetaucht

Diese Droge ist die Hölle. Der Stoff heißt "Krok" oder "Krokodil", gilt als Heroinersatz, zerfrisst die Haut von innen und ist lebensgefährlich. Die Droge aus Russland tauchte jetzt zum ersten Mal im Ruhrgebiet auf: und zwar in Bochum. Vier Menschen haben eindeutige Symptome. Wir haben eine junge Frau getroffen, die den Höllentrip überlebt hat. (WDR, Studio Essen, 11.10.2011, 02:30)

www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/lokalzeit_ruhr.xml

www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2011/10/11/lokalzeit_ruhr.xml

Verunsicherung durch Krok wächst (http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2011/10/12/lokalzeit_ruhr.xml?noscript=true&offset=223&autoPlay=true&#flashPlayer). (WDR, Studio Essen, 12.10.2011, 02:27)

www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2011/10/12/lokalzeit_ruhr.xml

MITTEILUNG DER DAH – DEUTSCHE AIDS-HILFE

Berlin. Warnung vor „Krokodil“: Gefährliche Droge verursacht schwere Schäden

Die Krisenhilfe Bochum und die Polizei warnen vor einer Droge mit gefährlichen Substanzen, die in kurzer Zeit zu schwersten körperlichen Schäden führen. Rauchen von Folie kann das Risiko senken. (DAH, 13.10.2011)

www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/warnung-vor-krokodil-gefaehrliche-droge-verursacht-schwere-schaeden

Weitere Informationen über Desomorphin-Krokodil finden Sie in dgs-info Extra, 12.10.2011 - Lebensgefährliche Droge „Krokodil“ in Bochum verkauft

www.dgsuchtmedizin.de/newsletter/fruehere-ausgaben/dgs-info-extra-12102011-lebensgefaehrliche-droge-krokodil-in-bochum-verkauft/

Die nächste reguläre Ausgabe von dgs-info erscheint Anfang November.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

dgs-info, Redaktion

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