dgs-info, Ausgabe 109, April 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

die neue Btm-Gesetzgebung ist ein gutes halbes Jahr in Kraft – sicher zu früh um ein erstes Resümee zu ziehen. Der DGS Vorstand verfolgt die Entwicklung aufmerksam, zumal ja lt. Gesetz Bilanz gezogen werden soll, um evtl. Anpassungen durchführen zu können. Hier steht natürlich der offenkundige und sich in den nächsten Jahren sicher verschärfende Versorgungsnotstand in der Substitutionstherapie in besonderem Fokus. Ebenso sind die EBM Neuerungen für die Substitution zu sehen, die wir im letzten Newsletter erläutert haben. Dieser Tage wird die erste Abrechnung mit den neuen EBM – Ziffern erstellt, wir sind gespannt auf die Erfahrungen unserer Mitglieder und bitten dringlich, uns diese –positiv wie negativ – mitzuteilen. Nur so können wir reagieren, zumal der Gesprächsfaden zwischen DGS-Vorstand und KBV jetzt wieder hergestellt ist. Sorgen muß uns machen, dass die Zahl der drogenbedingten Todesfälle im vierten Jahr in Folge gestiegen ist. Im Jahr 2016 wurden 1.333 Rauschgifttote (+9 % zum Vorjahr) registriert. Gerade vor einer sich verschärfenden Versorgungssituation muß dies bedenklich stimmen.

Der aktuelle Newsletter befasst sich diesmal ausführlicher mit mit dem Themenkomplex Substitution in Haft, dass ja ein Schwerpunktthema der Vorstandsarbeit dieses Jahres werden wird.

Weiterhin vielversprechend ist die Kooperation mit den anderen Suchtfachgesellschaften im Dachverband Sucht, das Positionspapier: Suchtmedizinische und gesundheitspolitische Chancen und Risiken durch den Gebrauch von E-Zigaretten ist bereits verabschiedet:

www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-113847

 

Demnächst wird ein Positionspapier Reduzierter Alkoholkonsum erarbeitet werden.

Zunächst möchten wir aber auf anstehende Kongresse und Tagungen mit Beteiligung der DGS hinweisen:

23. Suchttherapietagen in Hamburg 
vom 22. bis 25. Mai 2018


Schwerpunkt: Suchtmittel zwischen Verbot und Freigabe – Chancen und Risiken für Prävention und Therapie

www.suchttherapietage.de/23-suchttherapietage-in-hamburg-2018/

19. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin
05.07. bis 07.07.2018 in München

www.sv-veranstaltungen.de/fachbereiche/suchtkongress-2018/

Hierzu veröffentlichen wir gerne einen Aufruf zum Einreichen wissenschaftlicher Poster:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Posterausstellung ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Kongresses – zeigen doch gerade die Poster den aktuellen Stand der Forschung und wichtige Erkenntnisse aus der Praxis.

Wir möchten Sie bitten, für unseren Kongress bis zum 23. April 2018 ein Abstract für ein Poster einzureichen oder Ihre Mitarbeiter, jungen Wissenschaftler und praxiserfahrenen Therapeuten dazu zu motivieren.

Hinter jedem einzelnen Poster steckt viel Arbeit und Engagement. Bei unserem Kongress soll sich das auch lohnen.

Von den eingereichten Postern werden 50 ausgewählt.

Die Erstautoren der angenommenen Poster erhalten freien Eintritt zum gesamten Kongress. Das Poster, das Thema und das Anliegen können auf vielfältige Art große Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit finden:

  • Es werden von einer wissenschaftlichen Jury drei Posterpreise vergeben:
 Der Gewinn ist mit 600, 450, 300 Euro ausgelobt.
  • Auch das Publikum wählt ein Poster zum Gewinner unter dem Aspekt:
 neue Impulse zur Verbesserung der Situation suchtkranker Menschen
  • Jedes Poster wird beim Posterfrühstück am Freitag, den 6. Juli 2018 um 7.45 Uhr vom Autor in einem Kurzreferat dem interessierten Publikum vorgestellt und gemeinsam mit einem anerkannten Experten für diesen Themenkreis diskutiert. So wird es viel Aufmerksamkeit und Würdigung finden.
  • Das Abstract von jedem Poster der Ausstellung wird veröffentlicht in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Suchtmedizin – Addiction Medicine“.

Wir hoffen, dass Sie diesen wichtigen Teil unseres Kongresses unterstützen.


Wir freuen uns auf viele Poster.

Mit herzlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Markus Backmund

ISA GmbH – Institut für Suchtmedizin und Adipositas

Und natürlich der

27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin 
vom 02.11. – 04.11.2018 in Berlin

diesmal aus Belegungsgründen nicht im gewohnten Ludwig-Erhard-Haus sondern im Hotel Berlin Berlin, Lützowplatz 17, 10785 Berlin

Weitere Termine am Ende dieses Newsletters.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und verweisen wie immer darauf, dass die Beiträge /weblinks anderer Autoren nicht automatisch die Meinung der DGS wiedergeben.

Bundesärztekammer veröffentlicht Eckpunkte für eine Vereinbarung zum Überlassen von Substitutionsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch (Sichtbezug) im Rahmen der Opioidsubstitution

Im Rahmen der BtmG Reform wurde die Substitution in Pflegeheimen, Reha-Einrichtungen oder durch ambulante Pflegedienste neu geregelt mit dem Ziel einer Vereinfachung. Grundlage der Regelung bildete die Vorschrift eines Abschlusses einer Vereinbarung mit dem jeweiligen Träger. Die Ausgestaltung dieser Vereinbarung blieb offen. Daher jetzt diese Eckpunkte der BÄK:

www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Sucht/Substitution_extern.pdf

Unsere Patienten werden dank besserer medizinischer und pflegerischer Versorgung und durch die Substitutionstherapie z. B. mit Methadon älter - durch die lange Suchtvorgeschichte sind sie aber biologisch deutlich vorgealtert und werden z. T. bereits mit 60 + pflegebedürftig. Die Rahmenbedingungen der Substitutionstherapie haben bisher die Behandlung bei Pflegebedürftigkeit erheblich erschwert bzw. fast unmöglich gemacht. Hierauf hat der Gesetzgeber - der die Problematik der alternden Opiatabhängigen erfasst hat - mit der Reform des Betäubungsmittelgesetzes reagiert, in der die Substitution durch Pflegefachkräfte unter bestimmten Bedingungen möglich wird. Hierzu sind zwischen substituierendem Arzt und der entsprechenden Pflegeeinrichtung Vereinbarungen zu schließen. Die Bundesärztekammer hat jetzt "Hilfestellungen" für diese Vereinbarungen veröffentlicht.

Nach Einschätzung der DGS sind diese "Hilfestellungen" viel zu kompliziert und eher geeignet, eine Substitution in Pflegeeinrichtungen oder durch ambulante Dienste zu erschweren oder gar zu verhindern. Der DGS – Vorstand hat daher mit den entsprechenden Fachverbänden der Altenpflege und der ambulanten Krankenpflege Kontakt aufgenommen, um eine gemeinsame Stellungnahme zu den Vorschlägen der Bundesärztekammer zu erarbeiten und in einem weiteren Schritt entsprechende konstruktive Gegenvorschläge vorzulegen.

Wir bitten unsere Mitglieder, die einschlägige Erfahrungen mit der Versorgung suchtkranker Menschen in Pflegeeinrichtungen haben, dem Vorstand ihre Einschätzung zu übermitteln.

Eine wichtige Hilfestellung zur Patientenaufklärung vor Aufnahme einer Substitutionstherapie:

Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger

Anhang zur Patientenaufklärung

www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/RL/Substitution-Anhang-Patientenaufklaerung.pdf

Gesprächsfaden DGS – KBV wieder aufgenommen

Nach längerer Funkstille – bedingt durch Umstrukturierungen innerhalb der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – besteht jetzt erfreulicherweise wieder ein Gesprächsfaden zur KBV. Die neuen Ziffern im EBM wurden noch ohne Gesprächsangebote an die Fachverbände beschlossen – wir haben sie im letzten Newsletter ausführlich kommentiert und auch eine Klarstellung der KBV hierzu publiziert. Die marginalen Verbesserungen werden sicherlich nicht ausreichen, um die prekäre Versorgungssituation in der Suchtmedizin zu verbessern, dies wurde vom DGS – Vorstand im Gespräch mit der KBV sehr deutlich gemacht. Positiv ist zu vermerken, dass diese Problematik von der KBV gesehen wird und eine Aufgeschlossenheit für Verbesserungen prinzipiell festzustellen war. Allerdings wird man hier keine schnellen Veränderungen erwarten dürfen, dies wird ein längerer Prozess werden. Von Seiten der DGS wurde betont, dass viele Leistungen, die im Rahmen der Substitutionstherapie erbracht werden, derzeit im EBM überhaupt nicht abgebildet sind. Besonders zu nennen ist hier die Substitution von schwer psychiatrisch komorbid erkrankten Opioidabhängigen. Vorstellbar wäre hier z. B. eine deutlich verbesserte Honorierung dieser schwer kranken Suchtpatienten. Hierzu müsste aber eine recht detaillierte Leistungsbeschreibung durch die DGS erfolgen, wir werden uns dieser Aufgabe stellen, aber – liebe Mitglieder – das schaffen wir nicht allein! Wir rufen deshalb alle DGS Mitglieder auf, sich mit Anregungen und Ideen an dem Projekt der Neustrukturierung des EBM für den Substitutionsbereich zu beteiligen! Ziel soll sein, auf der nächsten Mitgliederversammlung eine Arbeitsgruppe EBM zu bilden, die konkrete Vorschläge für weitere Gespräche mit der KBV entwickeln soll.

Weitere Leistungen der Suchtmedizin – unabhängig von der Substitutionstherapie - , die bisher keinerlei Abbildung im EBM gefunden haben, werden hier auch zu konkretisieren sein:

  • Screening auf alkoholbezogene Störungen (z. B. im Rahmen des Check up)
  • Therapie alkoholbezogener Störungen mit Anti-craving Substanzen oder Disulfiram
  • Ambulanter Alkoholentzug
  • Tabakentwöhnung
  • Ambulante Interventionen bei Stimulantienabusus und/oder NPS
  • Interventionen bei cannabisbezogenen Störungen

Das neue Substitutionsrecht: Nicht mehr mit einem Bein im Gefängnis aber wie sichern wir jetzt die Versorgung vor Ort?

Auf dem „Parlamentarischen Abend“ – organisiert von der Fa. Sanofi – hat Hans-Günter Meyer-Thompson in seinem Referat die zukünftigen Herausforderungen für die Suchtmedizin dargestellt:

dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_109/Sanofi_Parlamentarischer-Abend-2018-Berlin-14.3.2018_Vortrag-Meyer-Thompson-final.pdf

Pregabalin und Benzodiazepine: Ein Dauerbrenner

Zu diesem Thema hat unser Vorstandsmitglied Jochen Brack auf dem letzten DGS Kongress ein wichtiges Symposium gestaltet, wir veröffentlichen hier die ppt-Dateien als Stellungnahme des erfahrenen Psychiaters Jochen Brack zu diesem Thema.

dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_109/Benzo_Lyrica_DGS_2017-1.ppt

Diamorphin Lieferungen

Fr. Dorgeloh vom Gesundheitsamt Köln teilt uns mit, dass das LKA NRW telefonisch bestätigt habe, dass Diamorphin definitiv aufgrund der mittlerweile geänderten Rechtslage nicht mehr mit einem Sicherheitstransport geliefert werden muss.

Sucht und Inhaftierung

Urteil des Europäischen Gerichtshofes:

Der Freistaat Bayern verstößt gegen gegen Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention Dieses Thema begleitet uns schon lange, wegen der Wichtigkeit dieses Urteils veröffentlichen wir hier Auszüge aus der Urteilsbegründung der Klage eines Inhaftierten in einer JVA Bayerns:

79. Der Gerichtshof sieht es als erwiesen an, dass die Verweigerung einer kontinuierlichen Substitutionsbehandlung trotz manifester Opiatabhängigkeit dem Beschwerdeführer über eine lange Zeit hinweg erhebliches und fortgesetztes psychisches Leid verursachte. Der Beschwerdeführer hat ebenfalls plausibel dargelegt, dass die Verschlimmerung seines ohnehin bereits schlechten Gesundheitszustands und insbesondere seine chronischen Schmerzen in Verbindung mit dem Suchtdruck nach Heroin seine Fähigkeit zur Teilhabe am Sozialleben einschränkten. Angesichts dieser Aspekte ist der Gerichtshof überzeugt, dass die von dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers an sich herrührende körperliche und psychische Belastung grundsätzlich über das zwangsläufig mit der Haft verbundene Maß an Leiden hinausgehen und die Schwelle für die Anwendbarkeit von Artikel 3 erreichen konnte. Die innerstaatlichen Behörden hatten folglich ordnungsgemäß zu überprüfen, wie seine Krankheit angemessen behandelt werden könne, um sicherzustellen, dass er angemessene medizinische Versorgung erhielt, haben aber wie dargelegt nicht nachgewiesen, dass eine Therapie des Beschwerdeführers allein mit Schmerzmitteln den Umständen nach ausreichend war.

80. Im Lichte der vorstehenden Ausführungen kommt der Gerichtshof zu dem Schluss, dass der beschwerdegegnerische Staat nicht glaubhaft und überzeugend darlegen konnte, dass dem Beschwerdeführer in der Haft umfassende und angemessene medizinische Versorgung auf einem Niveau zuteilwurde, das dem entspricht, an das sich die staatlichen Stellen bei der Versorgung von in Freiheit befindlichen Personen, denen Substitutionsbehandlung zur Verfügung steht, gebunden sehen. Bei dieser Schlussfolgerung berücksichtigte das Gericht die besonderen Umstände der Rechtssache des Beschwerdeführers als Langzeitdrogenabhängigem ohne realistische Aussicht auf eine Überwindung der Sucht, der seit vielen Jahren substituiert wurde. In diesem Zusammenhang versäumten es die Behörden, besonders gründlich und unter Hinzuziehung des Sachverstandes eines unabhängigen Fachmediziners im Zusammenhang mit der Richtungsänderung in der medizinischen Behandlung zu prüfen, welche Therapie als geeignet gelten konnte. Der beschwerdegegnerische Staat ist daher seiner positiven Verpflichtung aus Artikel 3 nicht nachgekommen.

81. Folglich ist Artikel 3 der Konvention verletzt worden.

Der komplette Wortlaut dieses Urteils ist hier nachzulesen:

hudoc.echr.coe.int/eng]

Hier der Wortlaut des Artikels 3 der Konvention, der Freistaat Bayern wird durch dieses Urteil in die Nähe von Folterregimes gestellt!

ARTICLE 3 Prohibition of torture

No one shall be subjected to torture or to inhuman or degrading treatment or punishment.

www.echr.coe.int/documents/convention_eng.pdf

Ein Kommentar zum Urteil aus juristischer Perspektive:

Junod, Valerie, Wolff, Hans, Scholten, W, Novet, B, Greifinger, R, Dickson, C, Simon, Olivier
Methadone versus torture: The perspective of the European court of Human Rights
Article in Heroin Addiction and Related Clinical Problems 20(1):31-36 · February 2018

www.researchgate.net/publication/323237212_Methadone_versus_torture_The_perspective_of_the_European_court_of_Human_Rights

Der Abstrakt hier schon mal als Vorgeschmack:

Abstract
For the first time, the European Court of Human Rights in Strasbourg has addressed the issue of whether persons with a heroin dependence syndrome in custodial settings are entitled to receive opioid agonist treatment (OAT). The court relied on Article 3 of the European Convention on Human Rights, which prohibits torture as well as inhuman or degrading treatment. It concluded that member states of the Council of Europe that refuse access to OAT have the burden of proving that an alternative medical approach would, in the case of an individual patient, be as effective as OAT. Such proof needs to be based on an independent medical opinion. This paper discusses the scope and limitations of the European Court of Human Rights’ judgment.

Zum Nachlesen für die bayerischen und sonstigen Justizbehörden (und natürlich alle Interessierten),

herausgegeben von Lars Møller, Heino Stöver, Ralf Jürgens, Alex Gatherer and Haik Nikogosian:
Health in prisons

A WHO guide to the essentials in prison health

www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0009/99018/E90174.pdf

Hier einige weitere Publikationen, die sich mit Sucht und Haft befassen:

Drug Alcohol Depend. 2018 Mar 1;184:57-63. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2017.11.023. Epub 2018 Jan 31.
A randomized, open label trial of methadone continuation versus forced withdrawal in a combined US prison and jail: Findings at 12 months post-release.

Brinkley-Rubinstein L, McKenzie M, Macmadu A, Larney S, Zaller N, Dauria E, Rich J.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29402680

Abstract
Recently, incarcerated individuals are at increased risk of opioid overdose. Methadone maintenance treatment (MMT) is an effective way to address opioid use disorder and prevent overdose; however, few jails and prisons in the United States initiate or continue people who are incarcerated on MMT. In the current study, the 12 month outcomes of a randomized control trial in which individuals were provided MMT while incarcerated at the Rhode Island Department of Corrections (RIDOC) are assessed. An as-treated analysis included a total of 179 participants-128 who were, and 51 who were not, dosed with methadone the day before they were released from the RIDOC. The results of this study demonstrate that 12 months post-release individuals who received continued access to MMT while incarcerated were less likely to report using heroin and engaging in injection drug use in the past 30 days. In addition, they reported fewer non-fatal overdoses and were more likely to be continuously engaged in treatment in the 12-month follow-up period compared to individuals who were not receiving methadone immediately prior to release. These findings indicate that providing incarcerated individuals continued access to MMT has a sustained, long-term impact on many opioid-related outcomes post-release.

Hier gleich die Verbindung “Sucht und Haft” und „Drogentote“:

Addiction. 2017 Aug;112(8):1408-1418. doi: 10.1111/add.13779. Epub 2017 Mar 1.
Does exposure to opioid substitution treatment in prison reduce the risk of death after release? A national prospective observational study in England.
Marsden J, Stillwell G, Jones H, Cooper A, Eastwood B, Farrell M, Lowden T, Maddalena N, Metcalfe C, Shaw J, Hickman M.

“In an English national study, prison-based opioid substitution therapy was associated with a 75% reduction in all-cause mortality and an 85% reduction in fatal drug-related poisoning in the first month after release.”

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28160345

BMJ Open. 2014 Apr 2;4(4):e004666. doi: 10.1136/bmjopen-2013-004666.
Opioid substitution therapy as a strategy to reduce deaths in prison: retrospective cohort study.
Larney S, Gisev N, Farrell M, Dobbins T, Burns L, Gibson A, Kimber J, Degenhardt L.

“CONCLUSIONS: Mortality of opioid-dependent prisoners was significantly lower while in receipt of OST.”

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24694626

Anstatt eines Kommentars der DGS veröffentlichen wir hier die Schlußfolgerungen von Sarah Wakeman – eigentlich gibt es kein vernünftiges medizinisches, ethisches oder juristisches Argument, inhaftierten Suchtkranken eine Substitutionstherapie vorzuenthalten.

Was bitte – liebe JVA – Kollegen*innen hält euch davon ab – (falls es euch betrifft) - , unstrittige medizinische und ethische Standards in euren Einrichtungen einzuhalten?

AMA Journal of Ethics. September 2017, Volume 19, Number 9: 922-930.
doi: 10.1001/journalofethics.2017.19.9.stas1-1709.
Why It’s Inappropriate Not to Treat Incarcerated Patients with Opioid Agonist Therapy
Sarah E. Wakeman, MD

Conclusion
In light of the scientific evidence, withholding effective medical treatment with opioid agonist therapy from people with addiction is ethically questionable in any context. To do so during a public health crisis that disproportionately affects people experiencing incarceration is unconscionable. Truly addressing the crisis of opioid-related deaths as an epidemic will require strategies guided by science, not ideology. Ongoing practices of incarcerating people for drug-related crimes in the first place deserve scrutiny. In the meantime, those under any form of correctional supervision should be encouraged to start, and should not be prevented from starting, potentially lifesaving opioid agonist treatment. Physicians have a role in advocating for change in both the criminalization of addiction and access to evidence-based, community standards of care for people under correctional supervision. In the face of growing evidence of the deadly impact of the status quo, there is arguably a moral imperative to advocate for such change.”

journalofethics.ama-assn.org/2017/09/stas1-1709.html

DIA-NET - Diagnostik der Internetabhängigkeit im Netz

Tools und Tipps zu Screening, Diagnostik und Intervention bei Internetbezogenen Störungen

www.dia-net.com

blu:app for school: Digitale Suchtprävention im Klassenraum

Mit der „blu:app for school“ präsentiert blu:prevent, die Suchtpräventionsarbeit des Blauen Kreuzes in Deutschland, ein digitales Modul für den Suchtpräventionsunterricht

school.bluprevent.de

Wissenschaftliche Publikationen

Sofosbuvir and velpatasvir for hepatitis C virus infection in people with recent injection drug use (SIMPLIFY): an open-label, single-arm, phase 4, multicentre trial

www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253%2817%2930404-1/fulltext

Jason Grebely, PhD, Prof Olav Dalgard, MD, Brian Conway, MD, Evan B Cunningham, PhD,Philip Bruggmann, MD et al.
The Lancet: Volume 3, No. 3, p153–161, March 2018

“Interpretation HCV treatment should be offered to PWID, irrespective of ongoing drug use. Recent injection drug use should not be used as a reason to withhold reimbursement of HCV therapy.”

Kommentar der DGS: Liebe Kollegen, diese Autoren sind alles gute Bekannte/ Freunde. Deshalb noch einmal der (auch persönliche) Apell: Behandelt eure HCV Patienten!

Hier ein link zur Deutschen Leberhilfe:

www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-c-hcv/

Impact of Medication-Assisted Treatment for Opioid Addiction on Medicaid Expenditures and Health Services Utilization Rates in Vermont
Mary Kate Mohlman Ph.D.; Beth Tanzman M.S.W.; Karl FinisonM.A.; Melanie Pinette M.E.M.; Craig Jones M.D.
Journal of Substance Abuse Treatment 67 (2016) 9 – 14

ac.els-cdn.com/S0740547215300659/1-s2.0-S0740547215300659-main.pdf

Enhancing Efficacy and Stability of an Anti-Heroin Vaccine: Examination of Antinociception, Opioid Binding Profile, and Lethality.
Hwang CS, Bremer PT, Wenthur CJ, Ho SO, Chiang S, Ellis B, Zhou B, Fujii G, Janda KD.:
Mol. Pharmaceutics, Just Accepted Manuscript * DOI: 10.1021/acs.molpharmaceut.7b00933 * Publication Date (Web): 08 Feb 2018

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29420901

Wichtige und/oder interessante Veröffentlichungen

Das Jahrbuch Sucht der DHS:

www.dhs.de/informationsmaterial/jahrbuch-sucht.html

EMCDDA Publikationen: Germany Country Drug Report 2017

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/4528/TD0416906ENN.pdf

Developing drug supply monitoring in Europe: current concepts

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/6934/tdau17004enn.pdf

Health and social responses to drug problems. A EUROPEAN GUIDE

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/6343/TI_PUBPDF_TD0117699ENN_PDFWEB_20171009153649.pdf

Abwasseranalyse und Drogen – eine europäische städte-übergreifende Studie

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2757/POD_Wastewater%20analysis_DE%202018.pdf

Drug squads: units specialised in drug law enforcement in Europe
Situation in the EU Member States, Norway and Turkey in 2015

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/7143/Drug%20squads%202017.pdf

Pilot project: European Web Survey on Drugs: patterns of use

www.emcdda.europa.eu/activities/european-web-survey-on-drugs

Wie immer: Das Epidemiologische Bulletin des RKI:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/11-12_18.pdf;jsessionid=4DFC2115ABD0706EF9E76C3BF78B1763.1_cid290

Internationale Literatur

Afrika

Opiophobia’ Has Left Africa in Agony

www.nytimes.com/2017/12/04/health/opioids-africa-pain.html

Antigua und Barbados

Antigua and Barbuda Set to Decriminalise Cannabis, as PM Says It is "Part of the Culture of the Country"

www.talkingdrugs.org/antigua-barbuda-decriminalise-cannabis

Brasilien

Pregnant Women Will No Longer Await Trial in Brazilian Jails Supreme Court Ruling a Victory for Law Reform in Brazil

www.hrw.org/news/2018/02/23/pregnant-women-will-no-longer-await-trial-brazilian-jails

EU

Is the EU Drugs Strategy Helping to Curb the Harm Caused by Drugs? by Emma Disley and Kristy Kruithof

www.rand.org/blog/2018/01/-is-the-eu-drugs-strategy-helping-to-curb-the-harm.html

Frankreich

France To Consider Decriminalising All Drug Use, Following Government-Commissioned Report

www.talkingdrugs.org/france-consider-decriminalisation-all-drug-use

Georgien

Georgia’s ‘war against the people’ and the war against a ‘system that stinks’ by Dato Parulava

oc-media.org/georgias-war-against-the-people-and-the-war-against-a-system-that-stinks/

Indien – Punjab

A template to fight addiction

www.dnaindia.com/analysis/column-a-template-to-fight-addiction-2574423

Iran

Iran Suspends Thousands of Drug-Related Death Sentences After Years of Domestic and International Campaigning

www.iranhumanrights.org/2018/01/iran-suspends-thousands-of-drug-related-death-sentences-after-years-of-domestic-and-international-campaigning/

Kambodscha

Locking up babies: Cambodia drug war ensnares children Escalating numbers of infants serving time with their mothers in Cambodia's notorious prison system amid crackdown. by Holly Robertson

www.aljazeera.com/news/2017/12/locking-babies-cambodia-drug-war-ensnares-children-171203184031205.html

Kanada

Yes, legalizing marijuana breaks treaties. We can deal with that. By John Walsh, Tom Blickman, Martin Jelsma and Dave Bewley-Taylor

ipolitics.ca/2017/12/11/yes-legalizing-marijuana-breaks-treaties-not-problem/ Liberal MPs urge dropping criminal penalties for all illicit drug use

www.ctvnews.ca/politics/liberal-mps-urge-dropping-criminal-penalties-for-all-illicit-drug-use-1.3762070

Norwegen

Norway is aiming to decriminalise drugs. The UK should choose legalisation Daniel Pryor

www.theguardian.com/commentisfree/2018/jan/18/norway-decriminalised-drugs-uk-chose-legalisation-policy

Philippinen (leider schon wieder und noch immer):

Int'l Criminal Court takes 1st step in probe into Duterte drug war (UPDATED) The Office of the Prosecutor starts a 'preliminary examination' to determine whether there is sufficient evidence to establish that the case falls under the jurisdiction of the International Criminal Court

www.rappler.com/nation/195492-icc-the-hague-netherlands-duterte-drug-war-killings

Portugal

António Guterres (UN Secretary-General) discusses Portugal's decriminalization:

idpc.net/alerts/2018/02/antonio-guterres-un-secretary-general-discusses-portugal-s-decriminalisation

Russland

The Kremlin won’t admit that Russia’s HIV epidemic is getting worse

idpc.net/alerts/2018/02/the-kremlin-won-t-admit-that-russia-s-hiv-epidemic-is-getting-worse

Serbien

A Year Long Battle for Transparent Policy Making by Irena Molnar

drogriporter.hu/en/year-long-battle-transparent-policy-making/

Schottland

Five Reasons Why Drug Consumption Rooms Benefit People Who Don’t Use Drugs

www.talkingdrugs.org/drug-consumption-rooms-benefit-people-dont-use-drugs

USA

From Prohibition to Progress: A Status Report on Marijuana Legalization

www.drugpolicy.org/sites/default/files/dpa_marijuana_legalization_report_feb14_2018_0.pdf

Safe injection sites to fight opioid overdose deaths get green light from Philadelphia officials

www.philly.com/philly/health/addiction/safe-injection-sites-overdose-deaths-opioids-philadelphia-officials-support-20180123.html

San Francisco To Become First City in U.S. to Implement Supervised Consumption Services (SCS)

www.drugpolicy.org/press-release/2018/02/san-francisco-become-first-city-us-implement-supervised-consumption-services

The Wrong Way to Treat Opioid Addiction By Maia Szalavitz

mobile.nytimes.com/2018/01/17/opinion/treating-opioid-addiction.html

Zimbabwe

ZCLDN establishes community harm reduction centres in Zimbabwe:

idpc.net/alerts/2018/02/zcldn-establishes-community-harm-reduction-centres

Termine

Annual Meeting - Paris 11-15 April, 2018
The International Liver Congress™ 2018

EASL - The International Liver Congress™ 2018
- Paris, France 11-15 April, 2018

ilc-congress.eu

8th Annual International Symposium on Human Trafficking and Migrant Smuggling
Tuesday 17th April 2018, Thon Hotel Brüssel

www.publicpolicyexchange.co.uk/events/ID17-PPE2

IOTOD Meeting
IOTOD 2018 will take place on 15-16 May 2018 in Madrid, Spain.

www.iotodeducation.com/event/

Europad Conference 2018

The 13th European Opiate Addiction Treatment Association (EUROPAD) 
conference will be held in Krakow, Poland on May 25-27, 2018.

4. Interdisziplinäres Symposium der Universität Fribourg "Prävention der Glücksspielsucht"

27.06.2018 - 29.06.2018

gambling-problems-sympo.ch

4. Fachtagung Tabakentwöhnung

8. und 9. September 2018, München

www.srnt-e-munich.com

Der 28. dagnä-Workshop findet vom 6. - 8. September 2018 im Radisson Blu Hotel Köln statt.

www.dagnae.de/fortbildung-2/workshops-2/workshop-jahresversammlung/

Deutscher Suchtkongress 2018 

17.09.2018 bis 19.09.2018 in Hamburg

www.deutschersuchtkongress.de

7th International Symposium on Hepatitis Care in Substance Users

Cascais, Portugal, 19 - 21 September 2018

www.inhsu2018.com  

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
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