dgs-info, Ausgabe 108, Januar 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

der Vorstand der DGS wünscht Ihnen allen ein gesundes, erfolgreiches und friedvolles Jahr 2018.

Im Jahr 2017 konnte mit der endliche verabschiedeten Reform des BtmG ein wichtiger Schritt für eine an der Realität und dem Stand der Wissenschaft orientierten suchtmedizinischen Arbeit mit deutlich verbesserter Rechtssicherheit getan werden. Wir hoffen zuversichtlich, dass damit im neuen Jahr und weiter darüber hinaus die Motivation für diese wichtige Tätigkeit anhält und im Idealfall steigt und dass es gelingen wird, neue Kolleginnen und Kollegen für die Suchtmedizin zu begeistern. Dringend nötig wäre es sicherlich, die Demographie macht auch vor den Suchtmedizinern nicht halt. Die DGS als Fachverband der Suchtmedizin wird auch weiterhin bemüht sein, die Rahmenbedingungen für dieses medizinische Fachgebiet zu verbessern. Hierbei wird weiterhin die enge Kooperation mit anderen wichtigen Verbänden der Suchthilfe ein wichtiger Teil der Arbeit sein. Hier ist die Kooperation in der Deutschen Suchtgesellschaft (http://dachverband-sucht.de/) - Dachverband der Suchtfachgesellschaften (DSG) bestehend aus: Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht), Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) sowie Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie (DGSPS) besonders hervorzuheben.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und verweisen wie immer darauf, dass die Beiträge /weblinks anderer Autoren nicht automatisch die Meinung der DGS wieder geben.

 

Vorstand der DGS vollständig wiedergewählt

Auf der Mitgliederversammlung der DGS am Rande des Suchtkongresses in Berlin vom 03.11. – 05.11.2017 wurde der bisherige Vorstand erneut für 2 Jahre in seinen Ämtern bestätigt, die Kontinuität der erfolgreichen und vertrauensvollen Vorstandsarbeit, die wesentlich durch das persönlich angenehme Kooperationsklima geprägt war, bleibt damit erhalten. Auf der ersten Vorstandssitzung nach der MV am 05.11.2017 wurde Markus Backmund einstimmig erneut zum  Vorsitzenden der DGS gewählt. Auf der Vorstandssitzung wurde beschlossen, nachfolgende Schwerpunkte für die Arbeit im kommenden Jahr zu setzen (Auszug):

  • Sucht und Inhaftierung
  • Cannabis
  • Sucht und Schmerz
  • EBM – Weiterentwicklung
  • Umsetzung BtmVV – GbA

Die Arbeitsschwerpunkte werden auf der Vorstandsklausur im Januar 2018 konkretisiert.

Der 26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

Der 26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin unter dem Titel„Die dunkle Seite der Sucht“ – die Unerreichten vom 03. - 05. November 2017 in Berlin war wieder erfreulich gut besucht, die Symposien und Seminare stießen auf reges Interesse und wie immer nahm der kollegiale Austausch breiten Raum ein. Das Schwerpunktthema „ die Unerreichten“ wurde aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet – kulturell, sozial, medizinisch und pragmatisch. Die diversen Seminare boten das gesamte Spektrum der Suchtmedizin. Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr - wie immer in Berlin am ersten Novemberwochenende:

27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin
vom 02.11. – 04.11.2018 in Berlin

Zuvor besteht aber natürlich auch Gelegenheit zu Weiterbildung und Austausch bei den

23. Suchttherapietagen in Hamburg
vom 22. bis 25. Mai 2018
Schwerpunkt: Suchtmittel zwischen Verbot und Freigabe – Chancen und Risiken für Prävention und Therapie

www.suchttherapietage.de/23-suchttherapietage-in-hamburg-2018/


und natürlich stets ein bewährter Kongress, der

19. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin
05.07. bis 07.07.2018 in München

Wir freuen uns – trotz des traurigen Anlasses – auf ein Kolloquium in Berlin hinzuweisen:

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/dgs-info_108/Jellinek.pdf

Einige weitere Kongresshinweise finden sie am Ende dieses newsletters.

 

Neue EBM – Ziffern

Bereits im letzten newsletter hatten wir die neuen EBM –Ziffern kommentiert (http://www.dgsuchtmedizin.de/vorstandsnews/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=179&cHash=83440506365ac4467674f10806731603) und dabei auch auf einige Unklarheiten hingewiesen. Auf unsere Anfragen an die KBV hatten wir lange keine Antwort bekommen – am ehesten wohl aufgrund interner Umstrukturierungen, jetzt liegt uns eine Stellungnahme vor und es ist gelungen wieder einen Gesprächsfaden zur KBV zu knüpfen, um auch in Zukunft über die Gestaltung der suchtmedizinisch relevanten Teile des EBM im Gespräch zu bleiben. Zunächst weist die KBV darauf hin (zu Recht), dass die neue „take home“ Ziffer GOP 01949 das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen mit den GKV Verbänden und somit ein Kompromiß und eine Mischkalkulation sei.

Unsere Frage, ob diese GOP im EBM andere take home Regelungen in regionalen KV´en aufhebe, wurde sinngemäß dahingehend beantwortet, dass dies den regionalen KV´en obliege: „Hierzu können wir keine Aussagen machen. In der Vergangenheit sind bei ähnlichen Situationen in anderen Leistungsbereichen Regelungen teilweise weitergeführt, teilweise gekündigt worden.“ Zu dieser Frage bitten wir unbedingt um Erfahrungsberichte aus diesen KV´en!

Eine weitere Unklarheit betraf die Ausschlußregelung mit der Zi. 01950 und 01949, wir baten um Interpretationshilfen bei der im EBM angesprochenen medizinischen Begründung. Hier antwortete die KBV, dass dies der individuellen Einschätzung des Arztes obliege und somit keine definitive Regelung im EBM zu treffen sei: Es „wurde dem betreuenden Arzt die Möglichkeit eröffnet, die Gründe für die individuelle Patientensituation als Begründung anzugeben.“

Zwei Beispielkonstellationen wurden genannt:

  • „Bsp. 1: mit dem Patienten wird eine Take-Home-Regelung getroffen. Es stellt sich aber heraus, dass der Patient nicht zuverlässig genug ist (z.B. erheblicher Beigebrauch) und die Ausgabe des Substitutionsmittels wieder täglich in der Praxis erfolgen muss.
  • Bsp. 2: bei Patienten mit Wochenend-Take-Home Vergabe, die in der Woche eine tägliche Substitution erhalten müssen.“

Somit wäre bei 2 Tage take home – wenn der Patient keine ausreichende Stabilität für z. B. 6 Tage erreicht hat – eine Ausnahmebegründung für die Abrechnung der 01949 und 01950 in der Woche (nicht am Tag!) gegeben. Allerdings sollte diese Begründung auf dem Abrechnungsschein angegeben sein. Dies wäre aus unserer Sicht eine Verbesserung, die Erfahrungen hiermit bleiben abzuwarten, wir werden weiter das Gespräch mit der KBV suchen, es gibt noch Gesprächsbedarf zu etlichen weiteren Punkten (Tabakentwöhnung, ambulanter Alkoholentug etc….)

 

Weiter Handlungsbedarf bei HIV und HCV bei Drogengebrauchern

Schon oft haben wir auf die immer noch zu niedrigen Behandlungszahlen bei HCV – infizierten Drogengebrauchern hingewiesen, dies war auch wieder ein Schwerpunktthema auf unserem Kongress.  Auch auf die Gefahr von Wiederholungen sei hier eine  Pressemitteilung des JES Bundesverbandes und JES NRW zum Welt AIDS- Tag wiedergegeben:

 „Beunruhigende Entwicklung: Seit 2010 ist unter Drogengebrauchern ein Anstieg der HIV-Infektionen zu verzeichnen. In den zehn Jahren davor sind die Zahlen der HIV-Infektionen in dieser Gruppe hingegen leicht rückläufig gewesen. Die geschätzte Zahl der Neuinfektionen in 2016 beträgt bei intravenös Konsumierenden 240. Die Anzahl der tatsächlichen HIV Neudiagnosen durch den intravenösen Drogenkonsum lag bei 127 Fällen. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort.
Nicht sehr viel besser bei der Hepatitis C (HCV): Laut RKI steigt der Anteil HCV-Infizierter mit der Dauer des intravenösen Drogenkonsums, z.B. auf 72% nach einer Konsumdauer von 10 Jahren. HCV ist potentiell tödlich aber heilbar. So sind heute etwa 60% der Fälle von Leberkrebs und 63% der Lebertransplantationen auf eine HCV-Infektion zurückzuführen. Weltweit starben an den Spätfolgen der Infektion 2015 knapp 400.000 Menschen. (alle Zahlen RKI)
Es bedarf also weiterer Anstrengungen, um gezielt Neuinfektionen durch Information, Prävention und Behandlung zu reduzieren. Bis zu 50% der Drogenkonsumenten in der DRUCK Studie des RKI, berichteten, das über keinen ausreichenden Zugang zu sterilen Konsumutensilien haben.
JES fordert daher ausreichende Mittel von Ländern und Kommunen für Präventionsutensilien sowie die Einrichtung von weiteren Drogenkonsumräumen. Darüber hinaus kann mit dem Ausbau von Spritzenautomaten ein anonymer Zugang rund um die Uhr mit geringen Kosten geschaffen werden, der dazu beitragen kann die Zahl der HIV und HCV Infektionen zu verringern. Auch eine Abkehr von der bisherigen Praxis des 1:1 Spritzentauschs, eine gebrauchte Spritze gegen eine neue Spritze, ist in der niedrigschwelligen Drogenarbeit dringend geboten.
Da ein Großteil der HIV- und HCV-Neuinfektionen in Haft erfolgt, müssen zudem auch in Gefängnissen diskrete Möglichkeiten von Spritzenvergabe und -tausch geschaffen werden.
Darüber hinaus gilt es niedrigschwellige Beratungs- Test- und Behandlungsangebote zu installieren. Viele der dokumentierten Infektionen mit HIV und HCV waren den Erkrankten vorher unbekannt. Das spricht für eine hohe Quote unerkannter Infektionen. Hepatitis C lässt sich heute in den allermeisten Fällen zum Glück leicht medikamentös heilen.
„Leider sind viele Ärzte wegen der hohen Kosten einer HCV-Therapie noch immer verunsichert, eine derartige Behandlung anzubieten. Zumal, so scheint es uns, wenn es sich um Drogen Gebrauchende oder Substituierte handelt“, sagt Mathias Häde vom JES Bundesvorstand dazu. Das muss sich ändern!
- Kontakt: Mathias Häde – mhaede@jesbielefeld.de - 0176 39569496 –

 

Alarmierender Anstieg von HIV – Neuinfektionen bei Drogengebrauchern in Kentucky:

CDC to help find roots of HIV 'cluster' tied to heroin, IV drugs in Campbell, Kenton counties
Terry DeMio, tdemio@enquirer.com Published 5:03 p.m. ET Jan. 9, 2018 | Updated 7:57 p.m. ET Jan. 9, 2018

www.cincinnati.com/story/news/2018/01/09/cdc-help-find-roots-hiv-cluster-tied-heroin-iv-drugs-campbell-kenton-counties/1017044001/

HIV – Präexpositionsprophylaxe
Das Kondome vor sexuell übertragbaren Kranheiten schützen ist mittlerweile Allgemeingut, relativ neu und sicher noch nicht jedem bekannt, ist die Möglichkeit einer HIV – Prophylaxe durch die sog. PrEP. Zur weiteren Information geben wir hier eine Stellungnahme der Deutschen Aids-Hilfe wieder:

Die HIV-ProphylaxePrEP ist für manche Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko die beste oder einzige Möglichkeit, sich zu schützen. Sie kann zu einer nachhaltigen Senkung der Infektionszahlen in Deutschland beitragen. Die Deutsche AIDS-Hilfe tritt daher für eine Finanzierung der PrEP durch die Krankenkassen ein.

www.aidshilfe.de/prep-hiv-prophylaxe%20

Cost-effectiveness of PrEP in Germany
David van de Vijver
Virology, Erasmus MC In collaboration with University of Duisburg-Essen, dagnä and the RKI- Berlin

www.dagnae.de/wp-content/uploads/2017/09/PrEP-dagn%C3%A4-K%C3%B6ln_2017.pdf

Und zur Vervollständigung noch mal die
Deutsch -Österreichische Leitlinien zur Postexpositionellen Prophylaxe der HIV -Infektion

www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/Deutsch-Osterreichische%20Leitlinien%20zur%20Postexpositionellen%20Prophylaxe%20der%20HIV-Infektion.pdf

Und dann noch die Syphilis- Leitlinien:

www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-002l_S2k_Diagnostik_Therapie_Syphilis_2014_07.pdf

… und Gonorrhoe:

www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-004l_S25_Gonorrhoe_bei_Erwachsenen_Adoleszenten_2014-verlaengert_01.pdf

Cannabis und Fahrerlaubnis
Ein brisantes Thema, mit dem sich auch die DGS in entsprechenden Gremien befasst hat. Hier möchten wir auf eine Publikation des Hanfverbandes verweisen, um die Diskussion um eine weitere Facette zu erweitern:

fuehrerscheinkampagne.de

 

Bundesverband der Pneumologen und der Wissenschaftliche Aktionskreis Tabakentwöhnung

Der Bundesverband der Pneumologen und der Wissenschaftliche Aktionskreis Tabakentwöhnung bitten um Teilnahme an einer kurzen Onlinebefragung zum Einsatz von Tabakentwöhnung in Deutschland.
Hier geht es direkt zur Umfrage: www.surveymonkey.de/r/tabak
Zum Hintergrund:
Die Tabak-assoziierte Morbidität und Mortalität ist immens: 120 Tsd. Tote pro Jahr werden geschätzt, jeder 6. Todesfall in Deutschland erfolgt vorzeitig wegen Tabakkonsum. Die Daten aus der Umfrage werden u. a. für die Klageinitiative des Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT e. V. – www.wat-ev.de) zur Ermöglichung der Erstattung der Tabakentwöhnung bei Tabakabhängigkeit benötigt. Wesentlicher Grundsatz ist, dass hier die Barrieren der Erstattung aus dem Weg geräumt werden sollen, damit eine Gleichstellung mit der Alkoholabhängigkeit erfolgen kann und Patienten mit Tabakabhängigkeit die Unterstützung zur Befreiung von ihrer Sucht Barriere-arm verfügbar gemacht werden kann.
Links:
Klageinitiative Tabakentwöhnung: www.wat-ev.de/klageinitiative
Bundesverband der Pneumologen: www.pneumologenverband.de
Link zur Umfrage:

www.surveymonkey.de/r/tabak

DEUTSCHLAND
Bericht 2017 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD
(Datenjahr 2016/2017)

Der Reitox Jahresbericht für Deutschland 2017
Mit dem Reitox-Bericht 2017 erscheint das aktuelle Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland. Der ca. 10-seitige deutschsprachige Kurzbericht gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Ausführliche Informationen zu einzelnen Themen finden sich in den jeweiligen Workbooks in deutscher und englischer Sprache.

  • Gemeinsame Pressemitteilung BMG und DBDD > Download
  • Kurzbericht Situation illegaler Drogen in Deutschland (deutsch)
  • Workbook Drogenpolitik / Drug Policy (deutsch) (englisch)
  • Workbook Rechtliche Rahmenbedingungen / Legal Framework (deutsch) (englisch)
  • Workbook Drogen / Drugs (deutsch) (englisch) 
  • Workbook Prävention / Prevention (deutsch) (englisch)
  • Workbook Behandlung / Treatment (deutsch) (englisch) 
  • Workbook Gesundheitliche Begleiterscheinungen und Schadensminderung / Harms and Harm Reduction (deutsch) (englisch) 
  • Workbook Drogenmärkte und Kriminalität / Drug Market and Crime (deutsch) (englisch)
  • Workbook Gefängnis / Prison (deutsch) (englisch) 

The Opioid Crisis in North America 2017
The opioid-driven public health crisis in North America has reached alarming proportions, contributing in 2016 to an estimated 64,000 deaths from drug overdoses in the US, and some 2,500 in Canada. The members of the Global Commission on Drug Policy, several of whom faced similar crises while occupying the highest levels of government in their own countries, share in this position paper their views and recommendations on how to mitigate this epidemic.

www.globalcommissionondrugs.org/wp-content/uploads/2017/09/2017-GCDP-Position-Paper-Opioid-Crisis-ENG.pdf

Epidemiologisches Bulletin
4. Januar 2018 / Nr. 1
aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und public health:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/01_18.pdf;jsessionid=4FB06A29D951973E4E6C58D30CC77B82.1_cid290

Internet (darknet) und Drogenhandel:
Drugs and the darknet: perspectives for enforcement, research and policy
, a joint publication by the EMCDDA and Europol, presents the latest understanding of how darknet markets function, the threats they pose to health and security and how Europe can respond. Darknet markets — also known as cryptomarkets — provide a largely anonymous platform for trading in a range of illicit goods and services. It is estimated that around two thirds of the offers on darknet markets are drug-related.

www.emcdda.europa.eu/darknet

An EU-focused analysis of drug supply on the online anonymous marketplace ecosystem
Nicolas Christin Carnegie Mellon University January 9, 2017

www.emcdda.europa.eu/system/files/attachments/6624/EU-focused-analysis-of-drug-supply-on-the-anomymous-online-marketplace.pdf

 

Bekanntgaben der EMCDDA:

Health and social responses to drug problems: a European guide
This guide and the associated package of online materials provide a reference point for planning or delivering health and social responses to drug problems in Europe. The most appropriate responses will depend on the specific drug problems, the contexts in which these occur and the types of intervention that are possible and socially acceptable. By providing key information on some of the most important drug issues for Europe and the responses available, this guide aims to assist those involved in tackling these challenges to develop new programmes and improve existing ones.

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/6343/TI_PUBPDF_TD0117699ENN_PDFWEB_20171009153649.pdf

Amendment to EMCDDA founding regulation
New legislation published today to bring faster response to new drugs
Lisbon  21.11.2017  (News release No 16/2017)

www.emcdda.europa.eu/news/2017/16/new-legislation-response-new-psychoactive-drugs_en

Council implementing decision to control furanylfentanyl
Furanylfentanyl to be placed under control across the EU
Lisbon  15.11.2017  (News release No 15/2017)

www.emcdda.europa.eu/news/2017/15/council-implementing-decision-control-furanylfentanyl_en

 

Beiträge zur Legalisierungsdebatte:

Drugs are a health and social issue. Why do we make it a law enforcement battle? Alex Wodak

www.theguardian.com/commentisfree/2017/dec/29/drugs-are-a-health-and-social-issue-why-do-we-make-it-a-law-enforcement-battle

Norway’s Parliament Votes To Decriminalize All Drug Use. Josh Butler

www.huffingtonpost.com/entry/norway-decriminalize-drug-use_us_5a387b70e4b0860bf4aa96c4

Derzeit lesen wir (zurecht) viel über sexuelle Gewalt gegen Frauen in der Filmindustrie, aber auf der Gegenseite der Glamourwelt bekommen suchtkranke Frauen mit Gewalterfahrungen offensichtlich nicht die Hilfen, die sie benötigen, im Gegenteil – Stigma und Diskriminierung wirken hier besonders fatal:
A Blind Spot in the Movement Against Gender-Based Violence
Olga Rychkova

www.opensocietyfoundations.org/voices/blind-spot-movement-against-gender-based-violence

Sex Workers Demand Justice Julia Lukomnik
www.opensocietyfoundations.org/voices/sex-workers-demand-justice

 

Weitere Literatur:

Drug Use on Campus: How Can We Keep Students Safe? Erika Nagasaki

www.drugpolicy.org/blog/drug-use-campus-how-can-we-keep-students-safe

Aus Australien:

Guidelines on the management of co-occurring alcohol and other drug and mental health conditions in alcohol and other drug treatment settings

comorbidity.edu.au/sites/default/files/National%20Comorbidity%20Guidelines%202nd%20edition.pdf

Immer wieder der “war on drugs“:

The Failed War on Drugs

GEORGE P. SHULTZ and PEDRO ASPED

www.nytimes.com/2017/12/31/opinion/failed-war-on-drugs.html

America’s War on Drugs Was Designed to Fail. So Why Is It Being Revived Now?  Nick Schou

www.history.com/news/americas-war-on-drugs-was-designed-to-fail-so-why-is-it-being-revived-now

MEXICO: The War on Drugs- A Decade of Conflict With No End in Sight Daniel  Barker Flores 

www.young-diplomats.com/mexico-war-drugs-decade-conflict-no-end-sight/

Menschenrechte und der “war on drugs”:

PRI issues joint statement on the impact of the ‘war on drugs’ on human rights

www.penalreform.org/news/pri-issues-joint-statement-impact-war-drugs-human/

Die andere (zynische) Seite des “Drogenkriegs“:

More than 25 million people dying in agony without morphine every year
By Sara Boseley

idpc.net/alerts/2017/10/more-than-25-million-people-dying-in-agony-without-morphine-every-year

zum Thema “harm reduction”

Intranasal and Intramuscular Naloxone for Opioid Overdose in the Pre-Hospital Setting: A Review of Comparative Clinical and Cost-Effectiveness, and Guidelines [Internet].
Editors Peprah K, Frey N.
Source Ottawa (ON): Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health; 2017 Mar.

www.cadth.ca/sites/default/files/pdf/htis/2017/RC0865%20Intranasal%20Naloxone%20Update%20Final.pdf

Why Harm Reduction Is Crucial to the Fight Against HIV
Fionnuala Murphy

www.opensocietyfoundations.org/voices/why-harm-reduction-crucial-fight-against-hiv

ASEAN: Drugs might harm individuals, but current policies undermine social cohesion November 9, 2017

www.globalcommissionondrugs.org/asean-drugs-might-harm-individuals-but-current-policies-undermine-social-cohesion/

 

Interessante Fachpublikationen:

Die abstracts dieser Publikationen finden Sie unter:

www.pubmed.de/gateway/nlm-pubmed/

J Family Med Prim Care.
2017 Apr-Jun;6(2):431-433. doi: 10.4103/2249-4863.220038.
Benzodiazepine maintenance for alcohol dependence: A case series.

Kattimani S1, Bharadwaj B1, Arun AB1.
Am J Addict. 2017 Sep;26(6):610-614. doi: 10.1111/ajad.12573. Epub 2017 Jun 1.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29302560

Screening for adult attention deficit/hyperactivity disorder in high-dose benzodiazepine dependent patients.
Tamburin S1, Federico A1, Morbioli L2, Faccini M2, Casari R2, Zamboni L2, Briguglio G2, Lugoboni F2.
Drug Alcohol Depend. 2017 Apr 1;173:17-23. doi: 10.1016/j.drugalcdep.2016.12.013. Epub 2017 Jan 28.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28570753

Rapid widespread distribution of intranasal naloxone for overdose prevention.
Madah-Amiri D1, Clausen T2, Lobmaier P3.
Addict Health. 2017 Apr;9(2):88-95.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28182982

The Evaluation of Relationship between Sexual Self-concept and Sexual Dysfunction in Individuals Undergoing Methadone Maintenance Treatment.
Rajabizadeh G1, Yazdanpanah F2, Ramezani MA3
PLoS One. 2017 Nov 30;12(11):e0188994. doi: 10.1371/journal.pone.0188994. eCollection 2017.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29299211

Erectile dysfunction and quality of life in men receiving methadone or buprenorphine maintenance treatment. A cross-sectional multicentre study.
Lugoboni F1, Zamboni L1, Federico A1,2, Tamburin S2; Gruppo InterSERT di Collaborazione Scientifica (GICS).
Oncotarget. 2017 Aug 8;8(51):89278-89283. doi: 10.18632/oncotarget.20061. eCollection 2017 Oct 24.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29190831

Sleep in lonely heroin-dependent patients receiving methadone maintenance treatment: longer sleep latency, shorter sleep duration, lower sleep efficiency, and poorer sleep quality.
Li HJ1, Zhong BL1, Xu YM1, Zhu JH1, Lu J2.
J Subst Abuse Treat. 2017 Dec;83:10-14. doi: 10.1016/j.jsat.2017.09.016. Epub 2017 Sep 30.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5687689/

Alcohol use disorders are associated with increased HIV risk behaviors in cocaine-dependent methadone patients.
Meredith SE1, Rash CJ1, Petry NM2.
J Subst Abuse Treat. 2017 Dec;83:10-14. doi: 10.1016/j.jsat.2017.09.016. Epub 2017 Sep 30.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29129191

 

Die folgenden Artikel nenne ich  wegen der Bedeutung für unsere Arbeit mit abstract:

J Psychopharmacol. 2017 Jan;31(1):62-66. doi: 10.1177/0269881116675508. Epub 2016 Dec 14.
Benzodiazepine maintenance in opiate substitution treatment: Good or bad? A retrospective primary care case-note review.
Bakker A1, Streel E2.

Abstract

BACKGROUND:

Co-prescribing benzodiazepines to patients in opiate substitution treatment is controversial and often alleged to increase mortality. In an inner-London general practice, patients with problematic benzodiazepine co-dependence were allowed benzodiazepine maintenance treatment (BMT) since 1994, providing an opportunity for analysis.

METHOD:

1) Case-note review of all 278 opiate substitution treatment patients, accruing 1289 patient treatment years; 46% had concurrent BMT. 2) National Health Service database search for patients who died after leaving accrued a further 883 years of information; only patients who left the UK were unaccounted for (4%). Three groups were studied: 1) never obtained benzodiazepine prescription (NOB): n=80); 2) briefly/occasionally prescribed benzodiazepines (BOP): n=71; 3) BMT: n=127.

OUTCOMES MEASURED:

Treatment retention (months); deaths/100 patient treatment years; deaths after leaving the service/100 years of information.

RESULTS:

Treatment retention: NOB: 34 months; BOP: 51 months; BMT: 72 months. In-treatment mortality: NOB: 1.79/100 patient treatment years; BOP: 0.33/100 patient treatment years; BMT: 1.31/100 patient treatment years. Deaths after leaving service: NOB: 2.24/100 years of information, BOP: 0.63/100 years of information. However, mortality for previously BMT-patients increased by 450% to 5.90/100 years of information.

DISCUSSION:

BMT patients had longer treatment retention than NOB or BOP and lower mortality than NOB patients. It is unlikely that patients had access to prescribed benzodiazepines on leaving the service because of restrictions in the national guidelines but co-dependent patients are a high-risk group who may stand to gain most benefit from opiate substitution treatment if combined with benzodiazepine-maintenance.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28072037

Dialogues Clin Neurosci. 2017 Sep;19(3):299-308.
Treatment of opioid dependence with buprenorphine: current update.
Soyka M1.

Abstract
Opioid maintenance treatment is the first-line approach in opioid dependence. Both the full opioid agonist methadone (MET) and the partial agonist buprenorphine (BUP) are licensed for the treatment of opioid dependence. BUP differs significantly from MET in its pharmacology, side effects, and safety issues. For example, the risk of respiratory depression is lower than with MET. The risk of diversion and injection of BUP have been reduced by also making it available as a tablet containing the opioid antagonist naloxone. This review summarizes the clinical effects of BUP and examines possible factors that can support decisions regarding the use of BUP or MET in opioid-dependent people.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28072037

J Health Commun. 2017 Dec 18:1-11. doi: 10.1080/10810730.2017.1414902. [Epub ahead of print]
Mapping the Barriers and Facilitators of HCV Treatment Initiation in Methadone Maintenance Therapy Patients: Implications for Intervention Development.
Bass SB1, Jessop A2, Maurer L1, Gashat M2, Al Hajji M1, Gutierrez M1.

Abstract
An estimated 70-90% of current methadone users have Hepatitis C (HCV). Current treatments have few side effects and can cure infection in 8-12 weeks, but less than 10% of methadone patients initiate treatment. Engaging this group in treatment is an important strategy to lower both morbidity and mortality from liver disease and eliminate a significant reservoir of HCV in communities. To understand how to address this treatment gap we used commercial marketing techniques called perceptual mapping and vector message modeling to analyze survey data from 100 HCV+ methadone patients from four centers in Philadelphia. Results were used to understand barriers and facilitators to treatment initiation and to devise targeted message strategies to adapt to a mobile health communication intervention. Results indicate that focusing on how treatment can make one feel "in charge", positive interactions with healthcare providers, the positive attributes of the new vs. old HCV treatments, and providing strategies to address tangible barriers to getting treatment, would be important to address in a communication intervention. These marketing methods allow for focusing on specific variables to "move" the group toward a treatment decision, making them an innovative technique to use in developing highly targeted health communication messages.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29252118

Eur J Epidemiol. 2017 Dec 12. doi: 10.1007/s10654-017-0342-z. [Epub ahead of print]
A cross-national analysis of the association between years of implementation of opioid substitution treatments and drug-related deaths in Europe from 1995 to 2013.
Marotta PL1,2, McCullagh CA3,4.

Abstract
Data at the individual-level provide evidence that opioid substitution treatment (OST) programs protect against mortality for opioid dependent populations. Prior research has not examined the merits of national implementation of opioid substitution programs for reducing mortality at the country-level. This study elucidates longitudinal associations between country-level implementation of opioid substitution treatment programs on mortality rates of drug related deaths (DRD) from 1995 to 2013 in 30 European nations. Cases of DRD were measured using National Definitions for each country from official sources of data. Preliminary analysis of dispersion of cases of DRD using means and variances justified use of the negative binomial regression model with a population offset. Year and country-level fixed effects negative binomial regression models investigated the association between years of implementation of methadone maintenance therapy (MMT), OST in prison, and high dose buprenorphine treatment (HDBT) implementation and mortality rates from drug related deaths after adjusting for unemployment rates, heroin seizures and per capita expenditures on health. Beta coefficients were converted to Incidence Rate Ratios (IRR) and standard errors bootstrapped using non-parametric methods to adjust for bias (SDbs). The mean mortality rate of DRD was 1.81 from 1995 to 2013. In adjusted models, each additional year of MMT (IRR = .61, SD = .04, p < .001; SDbs = .08, p < .001), prison OST (IRR = .90, SD = .01, p < .001; SDbs = .02, p < .001), and HDBT (IRR = .09, SD = .02, p < .001; SDbs = .02, p < .01) was significantly associated with lower rates of DRDs after adjusting for country and year fixed effects. Implementation of OST programs in the general population and in prison settings may have protected against mortality from drug use at the country-level in Europe from 1995 to 2013.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29234968

J Nerv Ment Dis. 2017 Dec;205(12):925-930. doi: 10.1097/NMD.0000000000000757.
Long QTc During Methadone Maintenance: Contributors and Interventions Over 4 Years.
Westermeyer J, Thuras P, Yoon G, Batres-Y-Carr T.

Abstract
Our goal consisted of describing the 4-year prevalence, contributors, and interventions for long QTc's in methadone maintenance treatment. Cardiologists' diagnosis of long QTc defined case-ness in 62 patients. Long QTc categories, drawn from epidemiological reports, encompassed 440 to 469 (borderline), 470 to 499 (moderate), and 500+ milliseconds (severe). Data collection included electrocardiograms, demographic characteristics, contributors to long QTc, and interventions-plus-outcomes (defined by resolution of long QTc). Of 62 patients, 21 had 39 long QTc episodes-a 4-year case prevalence of 34%, and an annual episode incidence of 15.7 per 100. Contributing factors identified in 36 of 39 episodes consisted of medication management (n = 19), illicit drug use (n = 11), and other factors (n = 6). Long QTc reverted to normal in 38 of 39 episodes. Of 21 patients, 12 (57%) experienced one or two recurrences. Methadone maintenance treatment physicians normalized most episodes as outpatients, often in collaboration with patients' primary care physicians. One fifth of episodes required hospitalization and other specialty care. Lack of timely QTc normalization may have accounted for one sudden death.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29076956

Kongresskalender:

Der 6. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen DGESS findet
vom 01.03. bis 03.03.2018 in München statt.
DGESS Kongress 2018

www.dgess.de/aktuelles/22-kongress

16. Hersfelder Forum Alter und Sucht "Einsamkeit: Verbreitung, Folgen und Auswege"
21.03.2018
I/A: MEDIAN Klinik Wigbertshöhe,

www.median-kliniken.de, Jean-Christoph.Schwager@median-kliniken.de

2. ChemSex-Forum in Berlin 22.-24. März 2018

www.hiv-sti-fortbildung.de/news/2-chemsex-forum-berlin-22-24-maerz-2018-registrierung-eroeffnet

Annual Meeting - Paris 11-15 April, 2018
The International Liver Congress™ 2018
EASL - The International Liver Congress™ 2018 - Paris, France 11-15 April, 2018

ilc-congress.eu

Europad Conference 2018
The 13th European Opiate Addiction Treatment Association (EUROPAD)
conference will be held in Krakow, Poland on May 25-27, 2018.  

www.europad.org/europad18.php

Deutsch-Österreichischer AIDS-Kongresses - DÖAK 2019, Hamburg
Vom 13. bis 15. Juni 2019 findet in Hamburg statt.

www.daignet.de/site-content/termine/terminkalender-2/deutsch-osterreichischer-aids-kongresses-doak-2019-hamburg

4. Interdisziplinäres Symposium der Universität Fribourg "Prävention der Glücksspielsucht"
27.06.2018 - 29.06.2018

gambling-problems-sympo.ch

Der 28. dagnä-Workshop findet vom 6. - 8. September 2018 im Radisson Blu Hotel Köln statt.

www.dagnae.de/fortbildung-2/workshops-2/workshop-jahresversammlung/

Deutscher Suchtkongress 2018
17.09.2018 bis 19.09.2018 in Berlin

www.deutschersuchtkongress.de

7th International Symposium on Hepatitis Care in Substance Users
Cascais, Portugal, 19 - 21 September 2018

www.inhsu2018.com

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
dgs-info, Redaktion

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