dgs-info, Ausgabe 107, Oktober 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

eine gute Nachricht:

Das neue Betäubungsmittelrecht ist seit 02.10.2017 mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.  Damit findet ein langes und anstrengendes Bemühen der DGS um eine Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Substitutionstherapie ein versöhnliches Ende.  Auch die KBV hat auf das neue Substitutionsrecht mit einer Anpassung des EBM reagiert. Wir kommentieren diese EBM Änderungen und erläutern sie.

Wie immer verweisen auf interessante Publikationen aus dem Suchtbereich national und international, wobei der Inhalt dieser Publikationen nicht automatisch die Meinung der  DGS widergibt

Viel Spaß beim Lesen
Die Redaktion

Die neue BtmVV

Die neue BtmVV haben wir bereits ausführlich dokumentiert und kommentiert:

www.dgsuchtmedizin.de/newsletter/fruehere-ausgaben/dgs-info-extraausgabe-vom-02082017-das-neue-substitutionsrecht/

Die meisten – wenn auch nicht alle Vorschläge und Forderungen der DGS wurden umgesetzt. Jetzt wird es darauf ankommen, Erfahrungen mit dem Gesetz zu machen, der Praxistest wird möglicherweise weitere Klarstellungen erfordern.  Klärungsbedarf besteht bei den Vorgaben für die Substitution in Alten- und Pflegeheimen sowie bei immobilen Patienten durch die Pflegedienste. Die DGS ist mit den Pflegeheimträgern in Kontakt und wird sich bemühen, hier Mustervereinbarungen zu entwickeln – allerdings ist anzumerken, dass sich das Interesse der Pflegeverbände und der Verbände der Altenhilfe bisher noch in Grenzen hält – wir bleiben am Ball.

Verwirrung scheint es auch mit der Apothekenvergabe zu geben, die Apothekerkammer hat ohne Absprache  Leitlinien veröffentlicht, die allerdings rechtlich nicht bindend sind:

www.abda.de/themen/apotheke/qualitaetssicherung0/leitlinien/leitlinien0/

Dieser Vorgang löst schon etwas Verwunderung aus, wir gehen davon aus, das die BAK nicht beabsichtigt, das neue Substitutionsrecht, das Flexibilisierungen in der praktischen Ausführung der Sichtabgabe in Apotheken vorsieht, zu erschweren.  Letztlich wird in dieser Situation der substituierende Arzt/Ärztin das Gespräch mit "seiner" Apotheke suchen müssen, erfahrungsgemäß sind praktikable Lösungen auf den "unteren" Ebenen meistens möglich. Die DGS steht jederzeit für Gespräche mit der BAK zur Verfügung.

Kommentar zur neuen EBM Ziffer 01949:

"Substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses im Rahmen einer Take-Home-Vergabe, gemäß § 5 Abs. 9 Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtmVV) je Behandlungstag 69 Punkte"

Es ist zu begrüßen, dass der Bewertungsausschuss nun erstmals anerkennt, dass die take-home Vergabe eine ärztliche Leistung darstellt. Ausdrücklicher Leistungsinhalt der neuen Gebührenordnungsposition ist die "Prüfung der Voraussetzungen für die Behandlung im Rahmen der Take-Home-Vergabe….". Bisher wurde die Honorierung als "Nichtleistung" abgelehnt. Regionale KV`en haben dies auch früher bereits anders beurteilt und – wie die KV Hessen und Westfalen-Lippe – mit der regionalen Einführung der Zi. 91950  bzw. 01950A entsprechend reagiert.

Die neue Gebührenordnungsposition fällt leider mit 7,27 € (bei einem Punktwert von 10,53) hinter die bereits bestehenden Sonderregelungen der KV Hessen und Westfalen-Lippe zurück.

Die neue Ziffer kann 2x/ Woche angesetzt werden, dies könnte dazu führen, dass das bisherige "Wochen-Take-Home" gesplittet wird – ein Effekt, der inhaltlich unerwünscht ist. Am Behandlungstag ist die Abrechnung der Nr. 01949 neben der Nr. 01950 ausgeschlossen, eine Abrechnung der Nr. 01949 in der Behandlungswoche neben der Nr. 01950 ist nur mit medizinischer Begründung möglich. Welcher Art diese medizinische Begründung sein könnte, bleibt derzeit im Dunkeln, die DGS wird eine Klärung mit der KBV anstreben. Die Gesprächsziffer nach 01952 ist mit der Zi. 01949 kombinierbar.

Die neue Gebührenordnungsposition ist durch die Ausschlüsse mit der Zi. 01950 bei Patienten mit "Wochenend oder 3-4 Tage Take home" sinnvollerweise nicht anzusetzen, es bleibt bei dem unbefriedigenden Zustand, dass die Prüfung der "Take-Home-Fähigkeit" hier nicht honoriert wird, inhaltlich ist dies nicht nachvollziehbar, die Leistung ist dieselbe, ob es sich nun um 3 Tage- oder Wochen-Take- Home handelt. 

Die Prüfzeit für die Leistung nach Zi. 01949 beträgt sieben Minuten im Tages- und Quartalsprofil, besonders Schwerpunktpraxen müssen dies in Betracht ziehen, um nicht das Tageszeitprofil zu  überschreiten und dadurch Leistungskürzungen in Kauf nehmen zu müssen

Interessant wird die neue GPO im Zusammenhang mit der Reform des BtmG, wodurch in definierten und begründeten Ausnahmefällen Take-Home bis zu 30 Tagen möglich wird. Da diese Patienten dann evtl. nur 3 x/ Quartal die Praxis aufsuchen müssten, werden die Umsatzverluste durch die GPO 01949 abgemildert aber natürlich bei weitem nicht ausgeglichen, zumal die Prüfung bei zeitlich längerem take-home aufwändiger sein wird.

Insgesamt ist zu begrüßen, dass die Prüfung der Voraussetzungen zur Take-Home Vergabe nunmehr als ärztliche Leistung anerkannt wird, die Vergütung hierfür bleibt aber insgesamt besonders durch die Abrechnungsausschlüsse sehr bescheiden und wird dem Aufwand und der Verantwortung für diese Leistung nicht gerecht. Hier besteht aus Sicht der DGS Nachbesserungsbedarf. Einige unklare Fragen bedürfen der Klärung:

  1. Werden die Sonderregelungen in einigen KV Bezirken durch den Beschluss des Bewertungsausschusses tangiert?
  2. Welche medizinischen Begründungen sind denkbar für die Berechnung der Zi. 01949 neben der Zi. 01950 in der Behandlungswoche?
  3. Welche Auswirkung wird die Prüfzeit von 7 Minuten bei Ansatz der Zi. 01490 besonders für Schwerpunktpraxen haben?

Zwei weitere Neuerungen des EBM für die Substitution müssen noch erwähnt werden:

Neueinführung der Ziffer 01960:

Konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Rahmen des Konsiliariusverfahrens gemäß § 5 Abs. 4 Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV)  

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Dauer mindestens 10 Minuten, einmal im Behandlungsfall

 

 

90

(9,48 Euro)

Damit soll der Erweiterung der Konsiliarregelung im BtmG Rechnung getragen werden. Ob die Vergütung von 9,48 € diese Regelung attraktiver macht und ob damit Versorgungsengpässe besonders in ländlichen Regionen beseitigt werden können, bleibt abzuwarten, darf aber mit einigem Grund bezweifelt werden, denn eine dreimonatige Therapie zu prüfen ist aufwendig und mit 90 Punkten nicht annährend leistungsgerecht vergütet.

Die Vereinfachung der Substitution in Pflegeheimen oder bei Pflegebedürftigen hat auch ihren Niederschlag im EBM gefunden:

Ab 01.10.2017 kann eine Substitutionsbehandlung auch im Rahmen von Hausbesuchen erfolgen, auch wenn der Hausbesuch nur für die Substitutionsbehandlung erfolgt. Voraussetzung hierfür ist, dass eine chronische Pflegebedürftigkeit (Vorliegen eines Pflegegrades) vorliegt, die eine Substitutionsbehandlung in der Arztpraxis nicht ermöglicht. Die Anmerkungen zur Nr. 01950 wurden entsprechend angepasst.

Diese Neuregelung ist zu begrüßen, es sei aber darauf verwiesen, dass die Bestimmungen im BtmG zur Substitution in Pflegeheimen – besonders die verlangten Vereinbarungen mit den Einrichtungen – noch ausgestaltet werden müssen, die DGS ist mit den Verbänden der Alten- und häuslichen Krankenpflege in Kontakt, um hier ein realistisches Vorgehen zu vereinbaren.

Die Neuerungen sind zum 01.10.2017 in Kraft getreten.

Gelegenheit, dies und die BTM – Reform zu diskutieren – sowie viele andere Themen – besteht wie jedes Jahr im November auf dem Kongress der DGS, zu dem wir herzlich einladen. Wir denken, dass es gelungen ist, wieder ein spannendes Programm zusammenzustellen. Hier das Programm:

www.dgsuchtmedizin.de/kongress/

Wir freuen uns auf sie und die vielen anregenden Gespräche

 

26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

03. - 05.11.2017 in Berlin
"Die dunkle Seite der Sucht" – die Unerreichten

Programm:

dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/Jahreskongress_2017/DGS_Programm_2017_Online.pdf

Viele Verbesserungen der Versorgung suchtkranker Menschen konnten erreicht werden, etliche werden aber bisher nicht erreicht, deshalb auch das Motto des diesjährigen Kongresses.

 

Hepatitis C

Ebenfalls unerreicht - bzw. genauer gesagt unbehandelt – sind immer noch viele Hepatitis C infizierte Menschen. Unverständlich – denn die Therapieoptionen sind außerordentlich positiv geworden. Mussten vor einigen Jahren unsere Patienten unter Interferon noch eine nebenwirkungsbelastet Therapie mit mäßigen Erfolgschancen über 6 oder 12 Monate absolvieren , können heute nahezu alle Patienten geheilt werden mit 8 – 12 wöchiger Therapiedauer und vernachlässigbaren Nebenwirkungen. Die Behandlung ist einfach geworden und somit auch für Nichthepatologen problemlos durchführbar. Durch eine deutliche Anhebung der Behandlungszahlen ist eine Eradikation des Hepatitis C Virus in realistische Nähe gerückt. Deshalb sollte die Suchtmedizin sich diesem Problem noch intensiver stellen, zumal bei der Therapieplanung ein möglicher "Beikonsum" weit an Bedeutung verloren hat. Durch die Vereinfachung der Therapie sind die Behandlungsschemata auch deutlich übersichtlicher geworden, die Angst vieler Kolleginnen und Kollegen vor einem Arzneimittelregress ist deshalb bei sorgfältiger Therapieplanung unbegründet. Deshalb der Appell an unsere Mitglieder:

Behandelt Eure Hepatitis C Patienten! Eine Heilung ist mit größter Wahrscheinlichkeit möglich!

Da die aktualisierten Leitlinien der DGVS und der EASL noch etwas auf sich warten lassen, verweisen wir nachfolgend auf die Therapieempfehlungen des bng (Bundesverband niergelassener Gastroenterologen). Hier werden die Therapieschemata übersichtlich und klar verständlich präsentiert und die Wirtschaftlichkeit der Therapieoptionen nebeneinandergestellt:

bng-Empfehlung zur Therapie der chronischen Hepatitis C

15.09.2017

Dr. Karl-Georg Simon für die Fachgruppe Hepatologie

Die hepatologische Arbeitsgruppe "Therapie der Hepatitis C" des bng (Dr. P. Buggisch, PD Dr. H.Hinrichsen, Dr. D.Hüppe, Dr. S.Mauss, Prof. Dr. J.Petersen, Dr. K.-G.Simon) hat sich überlegt, als Ergänzung der ausführlichen Leitlinie zur Therapie der Hepatitis C der DGVS die angefügte praxisorientierte, komprimierte Empfehlung des bng zur Therapie der chronischen Hepatitis C zusammenzustellen. Wir hoffen Ihnen damit bei der Therapie der HCV-Patienten in der Praxis noch mehr Klarheit und Sicherheit zu geben.

Bei Fragen zu einzelnen Patienten stehen wir gerne, wie bisher, zur Verfügung.

Komprimierte Empfehlung des bng zur Therapie der chronischen Hepatitis C (aktualisierter Stand 15.9.2017) (748,1 KiB)

www.bng-gastro.de/mitglieder/infos/leitlinien-empfehlungen/details/bng-empfehlung-zur-therapie-der-chronischen-hepatitis-c-siehe-auch-fg-hepatologie.html infos/FG Hepatologie/170915-bngEmpfehlungenHCV.pdf

Bei aller Freude über die hervorragenden Optionen bei der Therapie der HCV soll natürlich eine weitere häufige Ursache für schwere Lebererkrankungen nicht vergessen werden, deshalb hier noch einmal die AWMF Leitlinien "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen":

www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/leitlilnien/AWMF_76-001_S3_Leitlinie_Alkoholbez_St%C3%B6rungen_28_02_2015.pdf

Weiterhin wichtig die  EASL Guidelines zu  alkoholischen Lebererkrankungen, bedeutend auch und gerade für Suchtmediziner:

Management of Alcoholic Liver Disease, EASL Clinical Practice Guidelines:

www.easl.eu/research/our-contributions/clinical-practice-guidelines/detail/management-of-alcoholic-liver-disease-easl-clinical-practice-guidelines

Nachfolgend einige weitere spannende Publikationen zum Thema Alkohol:

Alkohol

Universal Screening for Alcohol Misuse at Hospital Admission Identifies Patients at Risk of Developing Alcoholic Liver Disease:

www.easl.eu/medias/news/JHEPAT%20Sep17%20PR%20Westwood-Atkinson%20FINAL.PDF
www.youtube.com/watch

Sepsis in alcohol-related liver disease:

www.journal-of-hepatology.eu/article/S0168-8278(17)32085-8/fulltext

HIV/Aids

Stellungnahme der dagnae zur Präexpositionsprophylaxe:

www.dagnae.de/wp-content/uploads/2016/06/PrEP-Stellungnahme-dagnae-2015-1.pdf

Ein Film zu Schwangerschaft und HIV:

positiv-schwanger.de

Nikotin:

ENSH-Global Network for Tobacco Free Healthcare Services (ENSH-Global) is an independent, international, non-profit association constituted under Swiss law:

www.ensh.org

DIA-NET - Diagnostik der Internetabhängigkeit im Netz

Tools und Tipps zu Screening, Diagnostik und Intervention bei Internetbezogenen Störungen

www.dia-net.com

Drogenpolitik

Berliner Aufruf für eine menschliche Drogenpolitik:

berlindokument.org/wp-content/uploads/2017/05/Declaracion_Aleman.pdf

Publikationen

Hier einige weitere uns interessant erscheinende Publikationen:

Das Ende von Aids bis 2020; Kampagne der Deutschen Aids-Hilfe:

kein-aids-fuer-alle.de/wp-content/uploads/2017-05-11-KAfA-Pressemappe.pdf

Prekär ist leider nach wie vor die Versorgung in vielen Justizvollzugsanstalten, wir haben das oft moniert und dokumentieren die Misere noch einmal mit Verweis auf eine Reportage des Bayerischen Rundfunks:

www.br.de/nachrichten/auf-droge-im-knast-100.html

Die Behandlung chronischer Schmerzpatienten bildet eine Schnittstelle zwischen Suchtmedizin und Schmerztherapeuten, deshalb hier eine Pressemitteilung der Deutschen Schmerzgesellschaft:

www.dgss.org/news-presse/pressemeldungen/pressemeldung-einzelansicht/

Immer noch sind suchtkranke Menschen stigmatisiert, ein professioneller Umgang mit Betroffenen setzt die Überwindung dieser Stigmatisierung voraus. Ein Memorandum der DG Sucht:

www.wissensuchtwege.de/download/Kooptag_2017/2017_04_Memorandum_Stigma_Suchterkrankungen_verstehen_und_ueberwinden.pdf

Ein Memorandum der DG Sucht zur Versorgungssituation:

www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/aktuelles/L%C3%BCbecker_Memorandum.pdf

Der Europäische Drogenbericht der EMCDDA liefert immer wichtige Infos und Trends im europäischen Raum:

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/4541/TDAT17001DEN.pdf_en

Die Daten für Deutschland liefert der Drogenbericht der Bundesregierung:

www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/4_Presse/1_Pressemitteilungen/2017/2017_III_Quartal/Drogen-_und_Suchtbericht_2017_V2.pdf

Hierzu eine Stellungnahme der Deutschen Aids-Hilfe zu den steigenden Zahlen an Drogentoten:

www.aidshilfe.de/meldung/deutsche-aids-hilfe-drogenbeauftragte-mitverantwortlich-immer-mehr-drogentote

Da der alternative Drogenbericht 2017 von akzept e.V.  noch in Arbeit ist, hier der Bericht 2016:

alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2016/06/ADSB2016_Bericht.pdf

Drug Policy Alliance Annual Report

www.drugpolicy.org/2016annualreport/

 

Aus- und Weiterbildung

Basics on Addiction:
a training package for medical practitioners or psychiatrists who treat opioid dependence

www.europad.org/MaterialePDF/Maremmani_et_al_2011.pdf

ICRO MAREMMANI Professor of Addiction Medicine University of Pisa and Siena, Italy
The principles and practice of METHADONE TREATMENT

www.europad.org/MaterialePDF/ManMethUK_LD.pdf

Cannabis

Daten zur Situation in Colorado nach der Legalisierung:

www.colorado.gov/cdphe/hkcs/reports

www.sativaisticated.com/wp-content/uploads/2016/06/Marijuana_Cannabis_Use_Among_Healthy_Youth_in_Colorado_2015_Info_Graphic.jpg

Eine Publikation der amerikanischen Drug Policy Alliance über Cannabis:

www.drugpolicy.org/sites/default/files/DPA_Marijuana_Facts_Booklet.pdf

Epidemiologische Bulletin

Das aktuelle Epidemiologische Bulletin des RKI, das RKI verweist besonders auf die STIKO@rki-App zur Impfprophylaxe, sie ist seit September 2016 kostenlos  für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar.

Hierin aber auch die aktuellen Statistiken zu meldepflichtigen Erkrankungen:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/40_17.pdf;jsessionid=0F4AA8EEE555645B3CDADAD90823C637.1_cid390

Gender und Drogenpolitik

Publikationssammlung:

www.wola.org/gender-drug-policy-exploring-global-innovative-approaches-drug-policy-incarceration/

Naloxon

Preventing opioid overdose deaths with take-home naloxone

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2089/TDXD15020ENN.pdf_en

A Simple Move to Save Thousands of Lives From Overdose Published in The New York Times:

www.hrw.org/news/2017/08/18/simple-move-save-thousands-lives-overdose

Harm reduction und Überdosis Prävention:
Learn about the overdose crisis, drugs and drug treatment options, and harm reduction services:

www.drugpolicy.org/EndOverdose

Die IDHDP zu Drogentoten:

idhdp.com/media/531739/drds-introduction-draft-final-cf_ss.pdf

The International Network of People who Use Drugs (INPUD)
Strategic Plan 2017-2020:

www.inpud.net/sites/default/files/Strategic%20plan_online%20version.pdf

 

Wissenschaft und mehr:

Wegen der Aktualität und der Brisanz für uns, drucken wir diesen abstract komplett ab:

Dtsch Med Wochenschr. 2017 Sep;142(19):e140-e147.
[Alarming Pregabalin Abuse in Munich: Prevalence, Patterns of Use and Complications].
Zellner N, Eyer F, Zellner T.

Abstract
Hintergrund Pregabalin ist u. a. zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen und Angststörungen zugelassen. Inzwischen zeigt sich, dass es ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial aufweist. Methoden Es wurde eine Datenbankanalyse mit dem Suchbegriff "Pregabalin" für alle von 2008 – 2015 in unserer Abteilung behandelten Patienten und im Giftnotruf München eingegangenen Anrufe durchgeführt. Von Oktober 2013 bis September 2014 wurden alle Patienten in eine Kohortenstudie eingeschlossen, die aufgrund einer Drogen-Intoxikation behandelt wurden oder sich zum Entzug (außer Ethanol) vorstellten. Ergebnisse Von 2008 – 2015 wurden 263 Patienten mit Pregabalin-Missbrauch behandelt. Die Anzahl der Fälle pro Jahr stieg von 0 – 5 in den Jahren 2008 – 2011 auf 105 im Jahr 2015. 2008 gingen 3 Anrufe zu Pregabalin-Missbrauch im Giftnotruf ein, 2015 waren es 71.Von 2013 – 2014 hatten 80 von 370 Patienten Pregabalin konsumiert. Es war die fünftmeiste konsumierte Substanz. Pregabalin-Konsumenten hatten mehr zusätzliche Substanzen als andere Patienten konsumiert (Median 4 1 2 3 4 5 6 vs. 2 1 2 3 4 5 6, p  kleiner 0,001) und waren häufiger substituiert (41,2 vs. 21,7 %, p  kleiner  0,001). Die häufigsten ko-konsumierten Substanzen waren Benzodiazepine (66,3 %), Methadon (48,8 %), Buprenorphin (32,5 %) und Heroin (22,5 %). 88,0 % der intoxikierten Patienten hatten mittelgradig bis schwere Vergiftungssymptome wie Bewusstseinsminderungen (74,0 %), Atemnot (40,0 %), Agitation/Aggression (28,0 %), Unruhe (14,0 %), Halluzinationen (8,0 %) oder Krampfanfälle (8,0 %).Der semiquantitative Urinspiegel lag bei Intoxikationspatienten bei 51,4 ± 66,0 mg/g Kreatinin, bei Entgiftungspatienten bei 26,1 ± 23,0 (n = 58; p = 0,034). Diskussion Der Missbrauch von Pregabalin steigt kontinuierlich an und stellt ein relevantes medizinisches Problem dar. Besonders suchterkrankte Patienten sind gefährdet. Ärzte sollten sich dem erheblichen Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial von Pregabalin bewusst sein sowie die Gefahren einer Intoxikation kennen.

 

Ein wichtiger Review Artikel über ein Problem, das uns immer wieder beschäftigt:

The challenge of perioperative pain management in opioid-tolerant patients
Flaminia Coluzzi et al.: Ther Clin Risk Manag. 2017; 13: 1163–1173.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5592950/

Methadone and the QTc Interval: Paucity of Clinically Significant Factors in a Retrospective Cohort.
Bart G et al.:J Addict Med. 2017 Aug 31.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28863009 

Diversity, Alcohol & Genetics:

app.news.wiley.com/e/es

Three or more cups of coffee daily halves mortality risk in patients with both HIV and HCV

www.easl.eu/discover/news/three-or-more-cups-of-coffee-daily-halves-mortality-risk-in-patients-with-both-hiv-and-hcv

Effect of computerized cognitive behavioral therapy on acquisition of coping skills among cocaine-dependent individuals enrolled in methadone maintenance.
Kiluk BD et al. : J Clin Psychiatry. 2017 Sep 26. pii: 16m11318.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29021121 

Corrected QT Interval and Methadone Dose and Concentrations in Pregnant and Postpartum Women.
Bogen DL et al.: J Addict Med. 2017 Aug 31.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28994902

Significantly more intense pain in methadone-maintained patients who are addicted to nicotine.
Liu LZ et al.: Oncotarget. 2017 Jul 13;8(36)

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28947995 

Smoking Cessation Among Methadone-Maintained Patients: A Meta-Analysis.
Yee A. et al.  Subst Use Misuse. 2017 Aug 31:1-10

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28857640 

Trends in substance use admissions among older adults.
Chhatre S. et al.: BMC Health Serv Res. 2017 Aug 22;17(1):58

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28830504

 

Prävention

www.drogenbeauftragte.de/presse/projekte-und-schirmherrschaften/projekte-des-monats/2017/022017-inbetween.html

 

Internationales

Wie immer auch diesmal  Internationales. Und wie könnte es anders sein, es beginnt mit den USA und mit Donald Trump bzw. seinem Justizminister:

Jeff Sessions Escalates Drug War and Urges Prosecutors to Seek Harsh Sentencing
After years of progress, our Attorney General is trying to drag us back to the 1980s.

www.alternet.org/drugs/jeff-sessions-escalates-drug-war-and-urges-prosecutors-seek-harsh-sentencing

Trump Fails to Officially Declare Opioid Crisis a National Emergency
www.medscape.com/viewarticle/884874

Drug Decriminalization in Portugal: A Health -Centered Approach

www.mayorsinnovation.org/images/uploads/pdf/16_-_DPA_Fact_Sheet_Portugal_Decriminalization_Feb2014.pdf

Leider immer noch und immer wieder; die Philippinen und deren menschenverachtende Drogenpolitik:

www.drugpolicy.org/blog/dr-carl-harts-life-threatened-speaking-out-against-president-duterte

Brasilien:

www.drugpolicy.org/blog/no-humanity-s%C3%A3o-paulos-violent-crackdown-cracol%C3%A2ndia

Indien:

New York Times Glosses Over Harms of Alcohol Prohibition in India

www.drugpolicy.org/blog/new-york-times-glosses-over-harms-alcohol-prohibition-india

 

Kongresse und Tagungen:

Milan 25-27 October, 2017 16th European AIDS Conference

www.eacs-conference2017.com

3. Fachtag "Sexuelle Gesundheit: Forschung zur Sexarbeit & STI-Forschung"
November 24 um 13:00 - November 25 um 16:00

www.dagnae.de/wp-content/uploads/2017/07/Programmflyer_Fachtag-2017_Stand_120717.pdf

10. Deutsches Infektiologie-Update 2017
1. - 3. Dezember 2017 in Hamburg

www.infektiologie-update.de

Die 15. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle findet am 6. und 7. Dezember 2017 im Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg statt.
Programm (Download PDF) 

www.dkfz.de/de/a_krebspraevention-neu/Downloads/pdf/Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/15_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/Programm_15te-Konferenz-fuer-Tabakkontrolle_2017_Einzelseiten.pdf

02 – 03 February 2018: Striving towards the elimination of HCV infection, Berlin, Germany / Monothematic Conference

www.easl.eu/discover/events/detail/2018/striving-towards-the-elimination-of-hcv-infection

American association for the treatment of opioid dependency: AATOD congress (New York, NY, USA, March 10-14, 2018)

www.aatod.org/national-conference/2018-aatod-conference-new-york-new-york/

Improving Outcomes in the Treatment of Opioid Dependence (IOTOD): 14-16 May 2018 Madrid, Spain

iotodmeeting.com

The 13th European Opiate Addiction Treatment Association (EUROPAD) conference will be held in Krakow, Poland on May 25-27, 2018.

www.europad.org/europad18.php

 

Aus der Industrie

Fa. Abbvie teilt mit:
Ab sofort ist unsere neue pangenotypische Hepatitis-C-Therapie MAVIRET® (Glecaprevir/Pibrentasvir) zugelassen und verfügbar.1
Mit MAVIRET® steht eine pangenotypische 8-Wochen-Therapie für alle therapienaiven Patienten ohne Zirrhose zur Verfügung, die einmal täglich und ohne Ribavirin angewendet wird - bei allen Genotypen (GT1–6).1

Adapt Pharma Announces European Marketing Application Filed For Naloxone Hydrochloride Nasal Spray

adaptpharma.com/adapt_press_release/february-21-2017-adapt-pharma-announces-european-marketing-application-filed-for-naloxone-hydrochloride-nasal-spray/

Die Ruma Akademie:

www.marker-test.de/de-DE/akademie/

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
dgs-info, Redaktion

 

Impressum

dgs-info wird herausgegeben vom Vorstand der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin. Der Bezug ist kostenlos.

Verantwortlicher Redakteur: Konrad Isernhagen (Köln).

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