dgs-info, Ausgabe 104, August/September 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

es tut sich was bei der dringend notwendigen Reform des BtmG, der Ball liegt jetzt im Feld der Bundesärztekammer, die ihre Richtlinien überarbeiten muss, um die strafrechtlich relevanten Passagen des § 5 der BtmVV endlich in die berufsrechtlichen Gremien der Ärztekammern zu verlagern. Dieser newsletter enthält eine ausführliche Dokumentation des aktuellen Diskussionsstandes, den Hans-Günter Meyer-Thompson zusammengefasst hat. Wir sehen deutliche Fortschritte, registrieren aber auch, was bisher nicht erreicht wurde.

Die DGS wird sich weiterhin aktiv an den Diskussionen mit der BÄK und dem BMG beteiligen, weiterhin wird es wie bisher notwendig sein, mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Gespräch zu bleiben, um die Konsequenzen für die Honorarsituation nach einer evtl. Änderung z. B. der „take home“ Regelungen zu diskutieren.

Diese Debatte erscheint umso wichtiger, weil die Versorgungssituation in der Substitutionsbehandlung  Anlass zu Sorge gibt – es besteht somit aller Grund, die Rahmenbedingungen für Substitutionstherapien zu verbessern. Der erneute Anstieg der Drogentoten macht dies auf tragische Weise deutlich.

Die Implementierung der Alkohol – und Tabakabhängigkeit in den Leistungskatalog der KV bleibt eine wichtige Forderung der DGS.

Neuen Schwung erfährt auch die Debatte um die Legalisierung von Cannabis – zumindest die Anwendung von „Cannabis als Medizin“ wird wohl absehbar ermöglicht werden.

Wie immer weisen wir auf Mitteilungen, Stellungnahmen oder Veröffentlichungen anderer Organisationen hin, machen auf interessante Publikationen im Zusammenhang mit Sucht aufmerksam und verweisen auf aktuelle wissenschaftliche Publikationen. Alle Leser*innen sind herzlich eingeladen, uns interessante links, Artikel oder Publikationen zur Kenntnis zu bringen, um die Interaktivität des newsletters zu fördern. Bitte beachten sie, daß Publikationen anderer Verbände/Organisationen im newsletter veröffentlicht werden, dabei muß der Inhalt jedoch nicht die Meinung der DGS widergeben.

Viel Spaß beim Lesen…..

Die Redaktion

 

DGS – DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR SUCHTMEDIZIN

25. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin
04. - 06.11.2016
„Legal, illegal, nicht egal – Die Regulierungsdebatte“  

 

SUCHTTHERAPIE - Organ der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (dgsps).

www.thieme.de/de/suchttherapie/profil-1850.htm

Die DGS trauert um den Kollegen Dr. Werner Ommer aus Fröndenberg, der im Juni 2016 mit 61 Jahren unerwartet verstorben ist. Werner Ommer war langjähriges Mitglied der DGS und seit April 2016 Vorstandsmitglied des DSÄ. Vielen von uns dürfte er persönlich bekannt sein – auch durch seine stete Teilnahme an den DGS Kongressen.

www.dsae.de/wp-content/uploads/2016/06/DSAE-DROMMER-TRAUERANZEIGE.pdf

 

Die Initiative der DGS und der Diskussionsentwurf des BMG

Hier jetzt die ppt – Präsentation zum aktuellen Stand der BtmG Reform. Wir befürworten ausdrücklich das Herunterladen und Verwenden der Präsentation für Vorträge, lokale oder interne Fortbildungen sowie regionale Veranstaltungen.

Anmerkungen zu den Folien für weitere Erläuterungen können als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Substitutionsrecht 2016: Das „Gestrüpp“ wird gelichtet | Präsentation

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/Vorstandsnews/2016-09/6_Substitutionsrecht_2016-_Das_Gestruepp_wird_gelichtet_-9-.pdf

Die Initiative der DGS und der Diskussionsentwurf des BMG | Anmerkungen zu den Folien
K. Behrendt,  K. Isernhagen, H.-G. Meyer-Thompson, R. Ullmann
Mai 2016

www.dgsuchtmedizin.de/fileadmin/documents/Vorstandsnews/2016-09/7_Substitutionsrecht_2016_-_Anmerkungen_zum_Vortrag__09.07.2016.pdf

 

Hier noch eine weitere Stellungnahme zur Apothekenvergabe und zur Erstellung sog. Mischrezepte, die Rainer Ullmann und Hans-Günter Meyer-Thompson formuliert haben:

Betr. Substitutionsbehandlung, Aushändigung des Rezeptes bei Einnahme in der Apotheke, sog. Mischrezepte

Im Bundesministerium für Gesundheit wird z. Zt. die Novellierung des §5 BtMVV beraten, in dem die Substitutionsbehandlung geregelt ist. Nach dem vorliegenden Diskussionsentwurf soll der Paragraph 5 der BtMVV weitgehend nur noch die Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs regeln. Die Behandlungsmodalitäten sollen hingegen in den Richtlinien der BÄK geregelt werden. Das BMG folgt damit den Vorschlägen von Fachgesellschaften, der Gesundheitsministerkonferenz und von mehreren Deutschen Ärztetagen.

In der 4. BtMÄndV von 1992 wurde verboten, das Rezept bei Sichteinnahme dem Patienten auszuhändigen. Das war bei Einnahme in der Praxis und in Zusammenarbeit mit einer nahe gelegenen Apotheke praktikabel. In der 10. BtMÄndV vom 1.2.1998 wurde bundesweit erlaubt, das Substitutionsmedikament in einer Apotheke zum unmittelbaren Verbrauch zu überlassen. Das ist für eine wohnortnahe Versorgung sinnvoll und erspart den Patienten tägliche und manchmal lange Wege zum substituierenden Arzt. Leider wurde damals das Verbot, den Patienten das Rezept auszuhändigen beibehalten. Unter anderem deshalb hat sich die Einnahme in der Apotheke nicht durchgesetzt, obwohl sie in ländlichen Regionen die Substitution bei noch nicht stabilen Patienten wesentlich erleichtert. Mit der Forderung, dass nur Ärzte und ihre Angestellten die Rezepte in weit entfernte Apotheken bringen dürfen, ist die Einnahme in einer für den Patienten wohnortnahen Apotheke praktisch unmöglich.

 In Hamburg wird seit mehr als 25 Jahren das Substitutionsmedikament in der Apotheke zum unmittelbaren Verbrauch überlassen. Der Kontakt zwischen Arzt und Apotheker, der Vermerk auf dem Rezept "in der Apotheke einnehmen lassen", die Forderung  in §9 Abs. 2 Satz 2 BtMVV, dass alle Änderungen auf allen 3 Teilen dauerhaft und übereinstimmend vermerkt und durch Unterschrift bestätigt werden müssen und die Pflicht des Apothekers, die Identität jedes Patienten zu überprüfen, verhindern einen Missbrauch bei Aushändigung des Rezeptes.

Das früher verbreitete Delikt Rezeptfälschungen durch Opioidabhängige findet praktisch nicht mehr statt. Das Rezept hat für einen anderen Menschen keinen Wert, Fälschungen sind praktisch nicht mehr möglich, der Patient hat ein Interesse, sein Medikament zu bekommen, in der Apotheke wird die Identität überprüft. Die Leitlinie der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung - Herstellung und Abgabe der Betäubungsmittel zur Opiatsubstitution, Stand der Revision: 26.11.2014, 5.2 Sichtbezug in der Apotheke scheibt ausnahmlos vor: „Die Identität des Patienten ist zweifelsfrei festzustellen“.

Sicherheit und Kontrolle des BtM-Verkehrs werden nicht leiden, wenn dieses Verbot gestrichen wird.

Sog. Mischrezepte entsprechen der Soll-Vorschrift in Punkt 9 der Richtlinien der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger vom 19.Februar 2010, nach der zunächst für kurze Zeiträume  mitgegeben werden soll. Man beginnt z.B. mit der Mitgabe für das Wochenende, steigert auf eine Mitgabe für jeden 2. Tag und lässt zum Schluss bei stabilen Patienten mit hohen Dosen des Substitutionsmedikaments nur noch einmal pro Woche unter Sicht einnehmen. Dieser Vorschlag erfordert zwingend die Genehmigung von sog. Mischrezepten, weil sonst für jeden Tag einer Mitgabe ein zusätzliches Rezept ausgestellt werden müsste. Mischrezepte zu genehmigen, trägt auch dazu bei, eine erhebliche Anzahl BtM-Rezepte einzusparen und die BtM-Dokumentation weniger aufwändig und dazu noch übersichtlicher zu halten.

Rainer Ullmann, Hans-Günter Meyer-Thompson

 

Drogenpolitik

Zahl der Drogentoten steigt im 3. Jahr in Folge.

Bereits im zweiten Jahr in Folge ist die Zahl der durch Drogen verursachten Todesfälle in Deutschland angestiegen, so der Drogenbericht der Bundesregierung 2016 (www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Presse/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_2016/Drogenbericht_2016_web.pdf) . Nach Angaben der Bundesregeirung  starben 2015 1.226 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums. Damit steigt die Zahl der Drogentoten seit drei Jahren an und hat sich seit 2012 um 282 Todesfälle (29,8%) erhöht. Bei den meisten Todesfällen lag ein Opioid-konsum zu Grunde. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg der Drogentoten infolge polyvalenter Vergiftungen durch Opioide/Opiate am höchsten.  Nach Schätzungen des Reitox-Berichtes 2013 weisen in Deutschland ca. 55.000 bis 170.000 Menschen einen mindestens riskanten Konsum von Opioiden auf.

Diese Zahlen sind sicherlich Spiegelbild einer ungünstigen Entwicklung. Obwohl eine eindeutige Ursachenbeschreibung schwierig ist, sind dennoch eine Reihe von begleitenden Entwicklungen auffällig und besorgniserregend. Beispielsweise erwähnt der Substitutionsbericht des BFARM (2015) eine stagnierende Zahl von Patienten (2010:77.400, 2015: 77.200), die sich in einer Substitutionsbehandlung befinden, während die Zahl der substituierenden Ärzte seit Jahren, wenn auch leicht, im Sinken ist (2010: 2710; 2015: 2613). Brennpunkte sind die Großstädte, in denen pro 100.000 Einwohner die höchste Zahl an Todesfällen zu verzeichnen ist (Stadtstaaten Berlin (4,4), Hamburg (3,3) und Bremen (2,9); Bundesdurchschnitt: 1,5), die absolut höchste Zahl an Toten traten aber in Bayern mit 314 Fällen (25.7% der Gesamtzahl), gefolgt von Nordrheinwestfalen (182, 14.9%). In Bayern ist allerdings auch bei 295 subsituierenden Ärzten die Zahl der gemeldeten Patienten (n=7789) in der Relation zur Einwohnerzahl deutlich niedriger als z.B. in NRW (25.075 bei 740 Ärzten) und damit eher im Bereich des wesentlich kleineren Bundeslandes Hessen (n=7505, 224 Ärzte) (Bericht zum Substitutionsregister, BfArM 2016).

Parallel ist außerdem ein Anstieg der der Infektionsraten für HIV und Hepatitis-B-Fälle zu verzeichnen (Drogenbericht der Bundesregierung 2016), von denen vor allem die HIV Infektionen der I.V. Drogenkonsum an erster und für Hepatitis-B an Dritter Stelle steht.

Kommentar:

Insgesamt sind die Entwicklungen bei einer erhöhten Zahl von drogenassoziierten Toten in den letzten drei Jahren als ungünstig und als mögliches Alarmsignal anzusehen. Die aktuelle Versorgungssituation für die Betroffenen, insbesondere Opioid-Konsumenten, ist offenbar nicht optimal, sondern führt eher zu einer Fehl- oder sogar Mangelversorgung. Außerdem wird offenbar ein Teil der erkrankten oder rückfälligen Personen durch das Versorgungssystem nicht erreicht. Alle diese Faktoren könnten zu einer steigenden Zahl von Drogentoten beitragen. Versorgungspolitische (niederschwelliger Zugang zu evidenzbasierten Therapien wie medikamentengestützte Substitution) wie auch rechtliche Rahmenbedingen (BtMVV Vorschriften und geplante Veränderungen) sind daher besonders gründlich zu berücksichtigen, damit nächstes Jahr nicht im 4. Jahr in Folge die Zahl der Todesfälle ansteigt. Gute Versorgung von Opioid-Abhängigen rettet Leben!

Anhörung zum Cannabiskontrollgesetz am 6.4.2016 in Berlin und Interview der Drogenbeauftragten

Der Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes (CannKG) ist ein von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen am 20. März 2015 in den deutschen Bundestag eingebrachter Gesetzesentwurf, der zum Ziel hat, Volljährigen einen rechtmäßigen Zugang zu Cannabis als Genussmittel zu ermöglichen und zugleich dem Jugend- und Verbraucherschutz sowie der Suchtprävention zu dienen. Dieser Entwurf wurde in der Folge in den Medien kontrovers diskutiert. Am 6.4. 2016 fand in Berlin eine Expertenanhörung statt, bei der verschiedene Verbände, u.a. auch die Dt. Gesellschaft für Suchtmedizin eingeladen war. Aufgrund des besonderen Befragungsmodus (Zeit für Befragung und Antworten je nach Mehrheitsanteilen der Parteien im Bundestag) kamen mehrheitlich die Kritiker des Gesetzes zu Wort und verwiesen auf die Erfolge der bisherigen Drogenpolitik, auf Änderungsmöglichkeiten des Betäubungsmittelgesetzes sowie auf die Gefährdung von jugendlichen Konsumenten. Unterstützer des Gesetzesvorlage widersprachen den Erfolgen der bisherigen, eher auf Sanktionen gestützte Drogenpolitik bei unvermindert hoher Rate von Cannabiskonsumenten in der Bevölkerung sowie auf die erhebliche Belastung der Ordnungs- und Strafverfolgungsbehörden beim Umgang mit dem häufigen Kleinstmengenbesitz von Cannabinoiden.

Weitere Infos:

www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a14/anhoerungen/cannkg-inhalt/404366

 

Drogenpolitik abhängig von Mehrheiten

In diesem Zusammenhang verwies die Drogenbeauftragte des Bundestages in einer Sendung des ZDF Morgenmagazins Anfang Juni 2016 darauf hin, dass mit einer Freigabe für Cannabinoide  das Signal gesetzt werde, die Substanz sei harmlos. Für eine Freigabe könne sie national und international keine Mehrheiten erkennen. In einer Demokratie brauche Sie aber Mehrheiten um selbst glaubwürdig zu bleiben. Sie setzte daher weiterhin auf Prävention und Aufklärung, die  auch zu einer Verringerung  des Konsums bei Jugendlichen geführt habe.

www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2758864/Keine-Mehrheiten-fuer-Cannabis-Freigabe

Kommentar: Die Bundesregierung und deren Politik ist hinsichtlich der aktuellen Versorgungspolitik für Alkohol-, Tabak und Drogenkranke sehr von ihrem sehr konservativen Politikansatz überzeugt. Dem zu Folge ist die aktuelle Drogenpolitik wie auch die Versorgung der Betroffenen sehr gut aufgestellt, jede Änderung würde Risiken beinhalten. Außerdem, so gibt die Drogenbeauftragte ja in ihrem Fernsehinterview an, möchte sie selbst keine Positionen beziehen und diese durchsetzen, sondern macht ihre Politik von den herrschenden Mehrheiten abhängig.

Eine „Betroffenheitspolitik“ gegen die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Stimulantien ist sicherlich besser als überhaupt kein Ansatz, reicht aber a. S. der Versorgung (in meinem Fall ein psychiatrisches Krankenhaus mit 2 psychiatrischen Institutsambulanzen in der Allgemeinversorgung) überhaupt nicht aus, zumal neben den Opioiden vor allem Alkohol und Tabak die meisten Todesfälle bekanntermaßen zumindest mitverursachen. Bessere Vernetzung, Prävention und elaborierte „stepped care“ Konzepte werden sehnlichst vermisst.

Literatur:

Bericht 2015 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD, Drogen Workbook, Autoren: Tim Pfeiffer-Gerschel, Lisa Jakob, Esther Dammer & Krystallia Karachaliou, IFT Institut für Therapieforschung; Axel Budde, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Christina Rummel, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

BERICHT ZUM SUBSTITUTIONSREGISTER Januar 2016. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/SubstitReg/Subst_Bericht/_node.html

Drogen und Suchtbericht 2016. www.drogenbeauftragte.de

Verantwortlich: Prof. Dr. Ulrich W. Preuss, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin.

 

 

Wichtig: Eine Warnung des Robert-Koch-Instituts:
26.07.2016
Zweiter Fall von Wundbotulismus bei injizierendem Drogengebrauchern in Bochum bestätigt

 Sehr geehrte Damen und Herren,

Gestern wurde das Robert Koch Institut über einen zweiten bestätigten Fall von Wundbotulismus in Bochum informiert. Der 40 - jährige Patient litt seit dem 17.07.2016 unter neurologischen Symptomen (Sehstörung, Schluckstörung) und wurde am 20.07.2016 in Bochum stationär aufgenommen. Entnommene Proben wurden ans Konsiliarlabor geschickt. Im Abszess konnte am 25.07. mittels quantitativer PCR das Gen für Botulinum Neurotoxin Typ B (BoNT/B) nachgewiesen werden. Im Serum konnte im diagnostischen Tierversuch ebenfalls BoNT/B nachgewiesen werden.

Das Robert Koch Institut wurde bereits am 01.07.2016 über einen ersten Fall von Botulismus bei einem Drogengebraucher in Bochum informiert. Der 52 jährige Mann wurde am 28.06.2016 mit zunächst neurologischen Symptomen (Sehstörungen, Ptosis) in ein Krankenhaus aufgenommen, hinzu kam eine Atemstörung mit kardiovaskulärer Dekompensation . Eine intensivmedizinische Behandlung und Beatmung ist weiterhin notwendig. Der Patient hat zahlreiche teilweise eitrig entzündete Abszesse. In einer der untersuchten Wundabstrich-Proben konnte BoNT/B eindeutig nachgewiesen werden. Andere untersuchte Proben (Stuhl sowie eine Heroin- Probe) waren negativ. Beide Patienten hielten sich regelmäßig in demselben Drogenkonsumraum auf. Dieser Drogenkonsumraum ist dem Gesundheitsamt bekannt, wird regelmäßig begangen und ist ausgestattet mit sauberen Spritzen. Das schließt natürlich nicht aus, dass nicht auch außerhalb Drogen konsumiert worden sind. Da es der zweite Fall von Wundbotulismus innerhalb kurzer Zeit ist, deutet dies darauf hin, dass in Bochum weiterhin kontaminiertes Heroin im Umlauf sein könnte. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Häufungen von Fällen von Wundbotulimus bei Menschen, die sich Drogen injizieren, vermutlich durch mit Botulismus - Sporen kontaminiertes Heroin. Der letzte bestätigte Fall von Wundbotulismus bei einem Drogengebraucher in Deutschland wurde Anfang 2015 gemeldet. Weitere Fälle traten damals zeitgleich in Norwegen und Schottland auf.

Das Krankheitsbild des Wundbotulismus entsteht durch Neurotoxine der Bakterien Clostridium botulinum sowie einzelner Stämme von C. baratii und C. butyricum, eines im Erdreich und Gewässersedimenten verbreiteten Sporenbildners. Auch in früheren Ausbrüchen von Wundbotulismus bei i.v. Drogenkonsumenten (z.B. Norwegen, USA, Vereinigtes Königreich) wurde subkutan injiziertes verunreinigtes Heroin als Infektionsquelle verdächtigt. Wie die Sporen (eine Dauerform der Bakterien) in das Heroin gelangten, lässt sich meist nicht ermitteln. Vorstellbar ist eine Verunreinigung beim Transport, durch das Zusetzen von Strecksubstanzen oder bei der Zubereitung des Heroins über andere Quellen (Lösemittel, verunreinigtes Spritzbesteck). Bei den Berichten aus Norwegen und Schottland wird intramuskulös oder subkutan injiziertes "black tar heroin" als Ursache der Infektion diskutiert.

Werden Drogen, die Sporen von Botulinum Neurotoxin- produzierenden Clostridien enthalten, unter die Haut oder ins Muskelgewebe gespritzt, können sich die Bakterien vermehren, wenn im Gewebe anaerobe Bedingungen vorherrschen. Die gebildeten Toxine lösen ca. 4– 14 Tage nach Infektion das Krankheitsbild aus. Neben lokalen Symptomen einer schweren Wundinfektion besteht das klinische Bild typischerweise aus den durch das Toxin verursachten Hirnnervenlähmungen, Doppelbildern, Ptosis, Schluck- und Atemstörungen bis hin zur länger dauernden Beatmungspflichtigkeit. Die Behandlung des Wundbotulismus besteht neben der Gabe von Botulinum - Antitoxin (nur in den ersten 24 Stunden wirksam) und einer symptomatischen Therapie in einer chirurgischen Wundversorgung (breite Eröffnung der Wunde) sowie – im Gegensatz zum lebensmittelbedingten Botulismus – in einer Antibiotikagabe (Penizillin G).

Da es zu weiteren Fällen auch in anderen Bundesländern kommen kann, bitten wir um erhöhte Aufmerksamkeit und Weiterleitung dieser Information Ihre Kooperationspartner/innen in Drogenhilfeeinrichtungen, Substitutionspraxen und andere Einrichtungen, die mit Drogengebraucher/innen in Kontakt sind. Wir werden auch über die Landesstellen die Ärzteschaft sensibilisieren.

Klinische Verdachtsfälle sind unverzüglich an das lokale Gesundheitsamt zu melden.

Für Rückfragen zur Diagnostik und zum Probentransport steht Ihnen das Konsiliarlabor für Clostridium botulinum zur Verfügung:

Ansprechpartnerin Fr. Dr. Dorner:
DornerB@rki.de, Tel.: 030 18754 2500

sowie:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/Diagnostik_Speziallabore/Toxine/Probenbegeitschein_Botulinumtoxine.html

 

Weitere Informationen zu früheren Fällen von Wundbotulismus sind hier zu finden:

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/14/Art_03.html

Zum Bericht zu einer Häufung von Wundbotulismus bei injizierenden Drogenkonsumenten in Nordrhein - Westfalen im Jahr 2005

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2005/Ausgabenlinks/48_05.html

Joint publication: Wound botulism in people who inject heroin in Norway and the United Kingdom

www.emcdda.europa.eu//alias.cfm//publications/joint-publications/wound-botulism-norway-uk-2015

Für Fragen zum epidemiologischen Geschehen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. med.
Viviane Bremer MPH

Dr. med. Ulrich Marcus
Abteilung für Infektionsepidemiologie
Fachgebiet 34 HIV/AIDS und andere sexuell oder durch Blut übertragene Infektionen
Robert Koch-Institut
Seestr. 10
13353 Berlin

Tel.: 030 18 754 3800
Fax: 030 18 754 3533

Das Robert Koch- Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.  

 

Flüchtlinge und (Opioid-)Abhängigkeit: DIE HÜRDEN ZUR BEHANDLUNG

Dieter Ameskamp, Thomas Kuhlmann, , Astrid Leicht, Hans - Günter Meyer – Thompson, Sibylle Quellhorst, Felix Tretter, Theo Wessel
„Unter den Flüchtlingen, die in den zurückliegenden Jahren Deutschland erreicht haben, findet sich eine nennenswerte Gruppe

Von Menschen mit riskantem, schädlichem oder abhängigem Konsummuster von psychoaktiven Substanzen. Dies betrifft nach unserer Beobachtung sämtliche gebräuchliche legale wie illegale Substanzen. Für die Suchthilfe ergeben sich hierdurch neue Herausforderungen. Zusätzlich bestehen etliche Hürden, die eine angemessene Behandlung dieser Patienten erschweren. In besonderem Maße gilt dies für Flüchtlinge mit einer Opiodabhängigkeit.“

www.sucht.org/fileadmin/user_upload/Service/Publikationen/Thema/Position/Fluechtlinge_und__Opioid-_Abhaengigkeit_-_DIE_HUERDEN_ZUR_BEHANDLUNG.pdf

 

Wichtig zu lesen:

3. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2016
Herausgegeben von akzept e.V., Deutsche AIDS-Hilfe, JES e.V. :

 „Auch in diesem Jahr ist ein Alternativer Drogen- und Suchtbericht dringend notwendig. Weder die Bundesregierung noch ihre Drogenbeauftragte geben auf die brennenden Herausforderungen in der Drogenpolitik zeitgemäße und wissenschaftlich fundierteAntworten. Auf viele Fragenantworten sie sogar überhaupt nicht.. Dabei könnte die Politik durchaus Rahmenbedingungen schaffen, die individuelle und gesellschaftliche Schäden, die durch Drogenkonsum entstehen, erheblich reduzieren würden. Stattdessen zementieren sie denn Stillstand.

Da Drogenpolitik immer unmittelbar das Leben und die Gesundheit von Menschen und damit ihre fundamentalen Rechte betrifft, ist dieseUntätigkeit in keiner Weise akzeptabel.“ 

alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2016/06/ADSB2016_Bericht.pdf

 

European Drug Report 2016: Trends and Developments
EMCDDA, Lisbon, May 2016

“Im Rahmen der diesjährigen Analyse wird einmal mehr deutlich, dass Europa mit einer zunehmend komplexen Drogenproblematik konfrontiert ist, bei der Stimulanzien, neue psychoaktive Substanzen, Arzneimittelmissbrauch und problematischer Cannabiskonsum eine immer größere Rolle spielen. Darüber hinaus führt uns der Bericht vor Augen, dass einige der seit langem bestehenden Probleme noch immer nicht gelöst sind – auch wenn die mit ihnen verbundenen politischen und praktischen Herausforderungen mittlerweile im Wandel begriffen sind. Aufgrund seiner nach wie vor erheblichen Auswirkungen auf die Morbidität und Mortalität in Europa stellt der problematische Opioidkonsum auch in der 2016 vorgenommenen Analyse ein zentrales Thema dar. Inzwischen ist ein zunehmend komplexer Zusammenhang zwischen dem Konsum von Heroin und synthetischen Opioiden festzustellen.“

www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/2637/TDAT16001DEN.pdf

 

AfD fordert Sicherungsverwahrung für Suchtkranke

Eigentlich ist es nicht die Aufgabe dieses newsletters, Parteiprogramme zu kommentieren. Wenn allerdings die grundlegenden Menschenrechte von suchtkranken Menschen betroffen sind, kann die DGS dazu nicht schweigen. Daß die AfD eine rassistische, nationalistische, antidemokratische und rechtsradikale Partei ist, ist uns ja schon lange bekannt. In ihrem aktuellen Programmentwurf fordert sie jetzt die sogenannte Sicherungsverwahrung für Suchtkranke:

„Nicht therapierbare alkohol‐ und drogenabhängige sowie psychisch kranke Täter, von denen erhebliche Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen, sind nicht in psychiatrischen Krankenhäusern, sondern in der Sicherungsverwahrung unterzubringen.“
ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND – DIE BUNDESPROGRAMMKOMMISSION – DER BUNDESVORSTAND Seite 17

Manchmal muß man schon die Ekelschwelle überwinden, wenn bestimmte Zitate in den PC getippt werden, erinnert diese Forderung aus dem Parteiprogramm doch gefährlich an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Nationalsozialisten. Seinerzeit landeten – erstmals in Dachau auf Anordnung Heinrich Himmlers, damals noch SS-Chef und frisch ernannter Polizeipräsident von München – sogenannte „Asoziale“ in Konzentrationslagern. Per Definitionem waren das „gemeinschaftsfremde“, also als minderwertig eingeschätzte Menschen. Aus „sozialhygienischen Gründen“ fielen darunter „Bettler, Prostituierte, Zuhälter, sexuell freizügige Frauen, Landstreicher, nach zigeunerart herumziehende Landfahrer, Alkoholiker und Personen, die ihre Unterhaltspflicht vernachlässigen“. Alkoholiker wurden in „Trinkerlisten“ und „Sippenakten“ erfasst (wie etwa Homosexuelle in „rosa Listen).

 Die DGS verwahrt sich gegen jegliche Versuche, Menschenrechte einzuschränken, gerade sozial marginalisierte Menschen sind hierdurch besonders gefährdet.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch (B. Brecht: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui)

 

Zwei Pressemitteilungen der Deutschen Aids-Hilfe:

Die Zahl der Drogentoten ließe sich mit einfachen Mitteln senken, die Gesundheit Abhängiger besser schützen. Deutsche AIDS-Hilfe appelliert an Politik: Beweisen Sie Verantwortungsbewusstsein!

Zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der jährlichen Drogentoten in Deutschland angestiegen. Das haben heute das Bundeskriminalamt und die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bei einer Pressekonferenz zur Rauschgiftlage" mitgeteilt.
Mit 1.226 verstorbenen Drogenkonsumenten lag demnach die Zahl der Drogentoten 2015 um 19 Prozent höher als 2014. Grund der meisten Todesfälle ist eine Überdosis Heroin, teils in Verbindung mit anderen Substanzen.

Dazu erklärt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:

"Es ist ein Trauerspiel: Die Zahl der Drogentoten steigt Jahr für Jahr, obwohl die Politik sie mit einfachen Mitteln senken könnte. Viele der Todesfälle ließen sich verhindern, die Gesundheit von Drogenkonsumenten viel besser schützen.

Die Drogenbeauftragte hat Recht: Jeder Drogentote ist einer zu viel und alle Menschen in der Politik in Bund, Ländern und Kommunen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Marlene Mortler benennt allerdings nicht die tödlichen Schwachpunkte der aktuellen Drogenpolitik:

  • 10 von 16 Bundesländern verzichten noch immer auf Drogenkonsumräume, obwohl diese Einrichtungen nachweislich Leben retten und Infektionen mit HIV und Hepatitis C verhindern.
  • Das Notfallmedikament Naloxon wirkt bei einer Überdosis zuverlässig, steht den drogenabhängigen Menschen aber in der Regel nicht zur Verfügung.
  • Der Bericht von BKA und Bundesdrogenbeauftragter zeigt erneut: Strafverfolgung ist keine Lösung. Ein differenziertes Drogenhilfesystem hingegen schützt Leben und Gesundheit Drogen konsumierender Menschen.

Wir appellieren an alle zuständigen Politikerinnen und Politiker: Beweisen Sie endlich Verantwortungsbewusstsein und retten Sie Leben!"

Pressemitteilung von BKA/Drogenbeauftragter:

drogenbeauftragte.de/presse/pressemitteilungen/2016-02/rauschgifthandel-und-drogentote.html

Pressemitteilung zum Rauschgiftlagebericht 2014 mit weiteren Informationen:

www.aidshilfe.de/meldung/deutsche-aids-hilfe-weniger-drogentote-moglich

Informationen über Naloxon:

magazin.hiv/2013/08/31/leben-retten-mit-naloxon/

Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. (030) 69 00 87 16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de

 

Pressemitteilung

Deutschland ohne Hepatitis C ist möglich
Der „Eco-Hep Report“ der Leberhilfe Projekt gUG belegt: Investition in eine Eliminierungsstrategie bringt garantierten humanen und ökonomischen Nutzen

Berlin, 23. 2. 2016. Die Hepatitis-C-Infektion ist heilbar und wird auch bereits nach neuestem Therapiestandard behandelt. Was fehlt, ist eine konsequente Screeningstrategie. Denn auf diesem Wege könnten die infizierten Personen ermittelt, die Infektionskanäle unterbrochen und in einem überschaubaren Zeitaum die Hepatitis-C-Infektionen in Deutschland eliminiert werden – immerhin wird für Deutschland die Zahl der Betroffenen auf 250.000 Menschen geschätzt. Dass man dies nicht nur medizinisch oder humanitär begründen kann, sondern auch ökonomisch, zeigt der „Eco-Hep Report“ der Leberhilfe Projekt gUG, der heute Vertretern der Gesundheitspolitik, der Wirtschaft, Ärzten und Krankenkassen vorgestellt wurde.

www.leberhilfe-projekt.de

www.leberhilfe-projekt.de/files/Projekte/Hepatitis-C-Belastung-in-Deutschland/downloads/Eco-Hep-Report-GERMAN.pdf

 

INDRO-Jahresbericht 2015 der Internationalen Koordinations- und Informationsstelle für Auslandsreisen von Substitutionspatienten

www.indro-online.de/jbreise2016.pdf

 

WELT-HEPATITIS-TAG — HEPATITIS C UNTER DROGENKONSUMENTEN IN EUROPA

Neuer Bericht der EMCDDA: Hoffnung bei der Behandlung von Hepatitis C

(28. Juli 2016, LISSABON) Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit der Leber. Sie wird vom Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht, der durch das Blut übertragen wird. Weltweit wurden etwa 115 Millionen Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens mit HCV infiziert. Schätzungsweise zwei Drittel der Betroffenen leiden an einer chronischen Infektion, mehr als 5 Millionen chronisch Infizierte leben in der Europäischen Union.

HCV-Infektionen sind unter injizierenden Drogenkonsumenten weit verbreitet. Die Ansteckung kann durch die gemeinsame Nutzung von Nadeln, Spritzen und anderen Konsumutensilien erfolgen. In einem neuen Bericht, der am heutigen Welt-Hepatitis-Tag veröffentlicht wird, untersucht die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) neue Möglichkeiten einer wirksamen Prävention und Behandlung dieser Erkrankung, einschließlich des Einsatzes neuer Generationen von Arzneimitteln.

www.emcdda.europa.eu/system/files/attachments/2956/Newsrelease_2016_HepatitisC_DE_Final.pdf

 

Die Cannabisdebatte: Stellungnahme zur Legalisierungsdebatte des nicht-medizinischen Cannabiskonsums der DG Sucht e. V:

www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/stellungnahmen/Stellungnahme_Legalisierungsdebatte_Cannabis_DG-Sucht.pdf

 

Kommentar zur Stellungnahme zur Legalisierungsdebatte des nicht-medizinischen Cannabiskonsums der DG-Sucht e.V.
Prof. Dr. Markus Backmund, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

Am 2.5.1994 titelte der Spiegel „Wende in der Drogenpolitik – Hasch fürs Volk“. Es sollten jedoch noch fast 22 Jahre vergehen, bis wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Realität wahrgenommen werden und diese die Diskussion zur Entkriminalisierung und Legalisierung illegalisierter Substanzen beeinflussen. Erstaunlich bleibt, wie viel Angst die verantwortlichen Politiker vor Veränderung haben, wie sehr die einmal getroffene Repressionspolitik mit reflexartigen Verboten jeder neu erkannten psychotropen Substanz reagieren.  Erfreulicherweise gehen die Autoren der „Stellungnahme zur Legalisierungsdebatte des nicht-medizinischen Cannabiskonsums“ sachlich-fachlich an das Thema heran. Allerdings wird gleich die Grundhaltung im zweiten Absatz deutlich: „Die vorliegende Stellungnahme ist geleitet von dem Bemühen um den Schutz von Individuen vor den vermeidbaren Schädigungen durch den Konsum von Cannabis. Überlegungen zu einer Beibehaltung oder einer Änderung der derzeitigen Drogenpolitik müssen etwaige Konsequenzen in Betracht ziehen.“ Unzweifelhaft müssen die beschützt werden, die nicht oder noch nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich frei zu entscheiden. Doch ist es fragwürdig, wie der Staat mit mündigen Bürgern umgeht, die sich informieren und dementsprechend frei entscheiden und handeln können sollten. Denn richtigerweise wird festgestellt, dass hinsichtlich des Gefährdungspotentials von Cannabis im Vergleich mit den erlaubten Drogen Alkohol und Tabak keine Logik im Verbot erkennbar ist. Die Menschen müssen über Suchtpotential und Gefährdung einer Substanz informiert werden, ob dies nun Alkohol, Tabak, Cannabis, Opioide, Amphetamine oder andere psychotrop wirksame Substanzen sind.

Unverständlich ist der zaghafte Standpunkt hinsichtlich Kriminalisierung: „Die DG-Sucht fordert, Möglichkeiten zur Modifizierung des Betäubungsmittelgesetztes mit dem Ziel einer Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten zu prüfen.“ Der Autor und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin ohne weitere Prüfung eine Entkriminalisierung der Konsumenten. Derzeit kriminalisiert der Staat 1/3 der Menschen zwischen 18 und 33 Jahren wie zahlreiche Studien belegt haben. Wissenschaftlich gibt es keine vernünftigen Gründe, die gegen eine Legalisierung sprechen. Die Regulierung im Tabakbereich haben deutlich gezeigt, dass Kinder und Jugendliche bei legalisierten Drogen, im besonderen beim Tabal, effektiv geschützt werden können. Das Festhalten einer Illegalisierung von Cannabis schadet den Menschen und unterstützt allein das organisierte Verbrechen. Dies ist bekannt. Jede Prohibition, ob bei Alkohol, Cannabis, Amphetaminen, Kokain oder Heroin schützt nicht die Menschen; vielmehr spielt es den organisierten Kriminellen in die Hände. Durch die Illegalisierung sterben mehr Menschen im Krieg gegen die Drogen als durch die Drogen selbst. Die Nachfrage wird durch die Repression nur erhöht.

In den USA wurde Cannabis nicht aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse legalisiert, sondern aufgrund der Gesetze der freien Wirtschaft. Hier sollten mögliche Steuereinnahmen für Prävention einerseits und Hilfe und Therapie von Kranken andererseits genutzt werden.

Angesichts der Möglichkeit, sich mindestens 22 Jahre mit dem Thema befasst haben zu können, kann von vorschneller Entscheidung ja wohl nicht mehr die Rede sein. Vielmehr ist eine Entkriminalisierung von Cannabiskonsum überfällig, eine Legalisierung sollte schnellstmöglich diskutiert werden.

Im vorliegenden Positionspapier ist es gelungen, die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenzutragen, die als Information für mündige Bürger die Grundlage für eigenverantwortliche Entscheidungen bilden können. Die aus dem Wissen gezogenen Schlussfolgerungen sind mutlos und zaghaft. Übersehen oder  ausgelassen worden ist der nicht zu leugnende Zusammenhang zwischen Repressionspolitik in den reichen Drogenabnehmerländern und den täglich Verletzten und Toten in den Anbauländern durch die durch Bush entfachten Drogenkriege. Auch hier haben wir eine ethische Verantwortung zu übernehmen.

 

Cannabis als Medizin

Der Gesetzentwurf:

www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/C/GE_Cannabisarzneimittel_Kabinett.pdf

www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/C/160108_GE_Cannabis_als_Medizin_mit_Cannabisagentur.pdf

 

Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e. V.:
zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften des Bundesministeriums für Gesundheit

cannabis-med.org/nis/data/file/ACM_Stellungnahme%202016.pdf

 

Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Entwurf:

www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Stellungnahmen/SN_BAEK_RefE_Gesetz_zur_Aenderung_betaeubungsmittelrechtl._u.a._Vorschriften_04.02.2016.pdf

 

Stellungnahme des Bundes Deutscher Kriminalbeamter zum Gesetzentwurf der Bundesregierung:

Gesetz zur zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe, Bundestagsdruck-sache 18/8579 vom 30.05.2016, und zum Antrag der Fraktion Die Linke, Für ei-ne zeitgemäße Antwort auf neue psychoaktive Substanzen, Bundestagsdruck-sache 18/8459 vom 13.05.2016

www.bdk.de/der-bdk/positionspapiere/drogenpolitik/Posotionspapier%20Neue%20Psychoaktive%20Stoffe%202016%20.pdf

Vereinte Nationen zu HIV/Aids: Gebremster Fortschritt
Aids-Epidemie soll "auf der Überholspur" beendet werden / UN-Deklaration bleibt aber halbherzig / Menschenrechte und Einbindung von Schlüsselgruppen sind unverzichtbare Bedingung / Deutsche AIDS-Hilfe: Deutschland muss jetzt seinen Beitrag erhöhen.

www.aidshilfe.de/meldung/vereinte-nationen-hivaids-gebremster-fortschritt

 

Das BMG teilt mit: Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen

www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Praevention/Broschueren/BMG_BIS_2030_web.pdf

 

DHS fordert bundesweite Umsetzung von Substitutionsprogrammen für Drogenkonsumenten in Haft

www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/zum-welt-drogentag-am-26-juni-2016-bundesweite-umsetzung-von-substitutionsprogrammen-fuer-drogenko.html

 

Suchtprävention in Deutschland. Stark für die Zukunft.
Präventionspapier der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V.

www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/Praeventionspapier_2.pdf

 

Tabak und TTIP: Freihandelsabkommen und ihreFolgen für die Suchtprävention:

Pressemitteilung der DHS:

www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/PM_Tabak_und_TTIP.pdf

 

Pressemitteilung der DHS:
Prävention und Jugendschutz durchsetzen heißt: keine Geldspielautomaten in Gaststätten

www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/PM_Gluecksspiel.pdf

 

UNITED NATIONS OFFICE ON DRUGS AND CRIME:
World Drug Report 2015

“An unacceptable number of drug users worldwide continue to lose their lives prematurely, with an estimated 187,100 drug-related deaths in 2013.”

www.unodc.org/documents/wdr2015/World_Drug_Report_2015.pdf

 

EU Drug Markets Report
The 2016 EU Drug Markets Report provides a unique insight into the operation of illicit drug markets in the EU. The report assesses the impact of the drug market on society and the factors driving it. It explores the market for cannabis, heroin, cocaine, amphetamines, MDMA and new psychoactive substances. Understanding these hidden markets, and the actors involved, is essential to making sound policy decisions with lasting impact. The report combines the analytical power of the EMCDDA’s drug monitoring system with Europol’s operational intelligence on trends in organised crime.

www.emcdda.europa.eu/start/2016/drug-markets

  

Virtual markets — changing the dynamics of how drugs are bought and sold
New EMCDDA report: the internet and drug markets

www.emcdda.europa.eu/publications/insights/internet-drug-markets

 

Lynchjustiz auf den Philippinen:  
Duterte ruft zur Tötung von Drogendealern auf

www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_78032128/philippinen-kuenftiger-praesident-duterte-ruft-zur-toetung-von-drogendealern-auf.html

05.06.2016, 14:38 Uhr | dpa, AFP

Lesen sie hier zu auch:
LONDON (2nd August 2016) – Civil society groups from across the globe, including prominent human rights NGOs, have called on UN drug control authorities to urge an immediate stop to the extrajudicial killings of suspected drug offenders in the Philippines. Since 10th May 2016, more than 700 people have been killed by police and vigilantes in the Philippines for being suspected of using or dealing drugs, as a direct result of recently-elected President Duterte’s campaign to eradicate crime within six months.

idpc.net/media/press-releases/2016/08/over-300-ngos-call-on-the-united-nations-to-take-immediate-action-on-the-hundreds-of-extrajudicial-killings-of-suspected-drug-offenders-in-the-philippines

 

Dies ist die humane Alternative:

Ten-point plan on reforming criminal justice responses to drugs
Ten steps to guide countries interested in moving away from solely punitive responses to drugs and in developing health and human rights-based approaches.

www.penalreform.org/resource/ten-point-plan-reforming-criminal-justice-responses-drugs/

 

Veranstaltungshinweise

Workshop Gewalt - Trauma – Sucht
Traumabewältigung gezielt unterstützen
Termin: 26. September 2016, 10.00-17.00 Uhr Ort: Tagungshaus Blauart
Werderscher Damm 8, 14471 Potsdam

fdr-online.info/media/Tagungen%20und%20Seminare/Flyer_Traumaworkshop_160926.pdf

 

Teilnahme an einer Klausurtagung 18.- 23.9.2016
Das Stigma von Suchterkrankungen verstehen und überwinden

www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/aktuelles/Ausschreibung_Klausurtagung_Das_Stigma_von_Suchterkrankungen_verstehen_und_%C3%BCberwinden.pdf

 

Konferenz: Schluss mit KRIMInalisierung
21. und 22. Oktober 2016
Ganztagesgrundschule Sternschanze
Altonaer Str. 38
20357 Hamburg

ag-dropo-hamburg.de

 

Marburger Bund: 
ARBEITEN IN DEUTSCHLAND – Eine Einführung für ausländische Ärztinnen/Ärzte in das deutsche Gesundheitssystem
DIENSTAG, 13. September 2016 in Hannover
Sheraton Hannover Pelikan Hotel | Pelikanplatz 31 | 30177 Hannover 

Ausländische Ärztinnen und Ärzte werden in Deutschland gebraucht und leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der hiesigen Bevölkerung. Um ihnen den Einstieg in die Berufstätigkeit in Deutschland zu erleichtern, führt die Marburger-Bund-Stiftung eine Veranstaltung durch, bei der die Teilnehmer verständliche und praxisnahe Informationen über das Gesundheitssystem erhalten, die sowohl für ihre ärztliche Tätigkeit als auch ihre Karriereplanung wichtig sind. Als Ärztegewerkschaft ist es dem Marburger Bund ein besonderes Anliegen, dass ausländische Ärztinnen und Ärzte zu denselben Arbeitsbedingungen in Deutschland tätig sind wie einheimische Ärzte mit vergleichbarer Qualifikation. Der Zeitplan ist so bemessen, dass neben den einzelnen Vorträgen genügend Raum für Fragen aus dem Publikum bleibt. Die Teilnahme ist kostenlos (inkl. Imbiss und Getränken), eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie hier. Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Niedersachsen mit 7 Punkten zertifiziert. Bitte Informieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen, denn eine gute Integration ausländischer Ärzte liegt in unser aller Interesse!

 

Interessant zu lesen:

Rückfälle:
Schwerpunktheft des schweizer  Suchtmagazins

www.suchtmagazin.ch

 

Joint Open Letter by the UN Working Group on Arbitrary Detention; the Special Rapporteurs on extrajudicial, summary or arbitrary executions; torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment; the right of everyone to the highest attainable

www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx

 

The potential to end Aids among people who inject drugs:
Why member states at the HiV High Level meeting must champion harm reduction 

dl.dropboxusercontent.com/u/64663568/library/HLM_Briefing_Maria_April2016_web.pdf

 

HEALTH, HUMAN RIGHTS AND PEOPLE WHO USE DRUGS

dl.dropboxusercontent.com/u/64663568/library/donoharm_UNAIDS.pdf

 

CANNABIS REGULATION AND THE UN DRUG TREATIES
Strategies for Reform 

dl.dropboxusercontent.com/u/64663568/library/Cannabis_Regulation_UN_Drug_Treaties_April_2016.pdf

 

Farmers the Losers in South Africa’s War on Marijuana

www.hrw.org/blog-feed/rethinking-war-drugs

 

Rethinking Drug Prohibition on a Global Scale

www.vice.com/read/how-the-world-needs-to-rethink-drugs-over-the-next-few-years

 

Indonesia prepares to execute up to 13 prisoners, including many foreigners

www.ibtimes.sg/indonesia-prepares-execute-13-prisoners-including-many-foreigners-1244

 

After UNGASS 2016: Disappointment and resolve
3 May 2016
By Juan Fernandez OchoaTeam Assistant - IDPC
We have come accross an incredible amount of fantastic articles, blog posts and other pieces on the UNGASS 2016. In the following lines, we try to summarise the key takeaway messages emerging from these. Please click on the links to access the original articles. An extensive media coverage list can be found at the bottom of this blog post.

idpc.net/blog/2016/05/UNGASS2016-disappointement-and-resolve

 

Report of the International Narcotics Control Board for 2015 

www.incb.org/incb/en/publications/annual-reports/annual-report-2015.html

 

BAONPS Be aware of night pleasure safety BAONPS project’s main aim is to identify new psychoactive substances by using different kind of drug checking, both in party settings and outside them. This project wants to improve awareness and knowledge of drugs and NPS, their risks and effects, among partygoers; furthermore it aims to understand meanings and consumption patterns concerning NPS and related cross-cultural differences and inform local and national drug service providers about NPS and cultural factors influencing drug consumption patterns. Italy, Germany, Portugal and Slovenia are the countries involved in the project. project webside: baonps.eu

coopalice.net/baonps/baonps-newsletter-n-2/

coopalice.net/baonps/check_type/

 

HUMAN RIGTHS WATCH

What does more harm – drugs themselves or the response to them?
The War on Drugs – A Cure Worse Than the Disease
Diederik Lohman Associate Director, Health and Human Rights

www.hrw.org/blog-feed/revisiting-war-drugs

 

HIV Australia: HIV, policing and the law

www.afao.org.au/library/topic/prisoners/HIVA-14-1-hiv-policing-law.pdf

 

Healing a Broken System: Veterans and the War on Drugs
“Hundreds of thousands of veterans of the wars in Iraq and Afghanistan are returning with post-traumatic stress disorder (PTSD), traumatic brain injury (TBI), and other illnesses and injuries that often contribute to substance abuse and addiction, fatal overdose, homelessness and suicide. The current generation of veterans joins the large population of Vietnam-era veterans who have struggled with the same problems for decades.” 

www.drugpolicy.org/sites/default/files/DPA_Healing%20a%20Broken%20System_Veterans%20and%20the%20War%20on%20Drugs_November%202012_Final_0.pdf

 

20 Jahre Eve & Rave Schweiz

www.alternative-drogenpolitik.de/2016/02/29/20-jahre-eve-rave-schweiz/

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Aus der Industrie

Fa. Gilead:
EPCLUSA® jetzt zugelassen!
Epclusa 400mg/100 mg Filmtabletten (Wirkstoffe:Sofosbuvir/Velpatasvir)
Therapiegebiet: HCV
PZN: 12391477

mit der Einführung von SOVALDI® (Sofosbuvir) Anfang 2014 und Harvoni® (Ledipasvir/Sofosbuvir) Ende 2014 erfuhr die Therapie der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen einen revolutionären Umbruch. Sofosbuvir wurde inzwischen zum starken Fundament in der Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen. 
Mitte Juli wurde jetzt eine weitere Sofosbuvir basierte Behandlungsoption durch die Europäische Kommission zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen zugelassen – EPCLUSA®.
EPCLUSA® hat die PZN: 12391477.
EPCLUSA® vereint den Polymerase-Inhibitor Sofosbuvir mit dem potenten NS5A Inhibitor Velpatasvir zu einer hochwirksamen, pangenotypischen Behandlungsoption. 

Heilungsraten bis zu 100% (Astral 1) 2 95 % SVR12 bei Patienten mit GT3 bei 12 Wochen Therapie ohne Ribavirin (Astral 3) 3  94 % SVR12 bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose (CPT B) bei 12 Wochen Therapie mit Ribavirin (Astral 4)

 

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen
dgs-info, Redaktion

 

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Verantwortlicher Redakteur: Konrad Isernhagen (Köln).

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